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Proteste der Türkei

Gas-Pläne vor Zypern haben bereits politische Auswirkungen

Die Türkei legt alle ihre Projekte mit dem italienischen Energiekonzern Eni auf Eis. Energieminister Taner Yildiz sagte am Mittwoch in Ankara, die Türkei wolle nicht mehr mit Eni zusammenarbeiten. Grund sei die Beteiligung des Konzerns an der Erschließung eines riesigen Gasvorkommens vor Zyperns Küste.

Pipeline© Jim Parkin / Fotolia.com

Ankara (AFP/red) - Die Türkei bezeichnet die Erschließung bzw. die Gasförderung als "illegal" und hat ihre eigenen Probebohrungen vor der Küste der Republik Nordzypern gestartet - dem von der Türkei abhängigen Teil der Insel.

Eni will in Zypern dabei bleiben

Eni-Chef Paolo Scaroni nannte die Entscheidung Ankaras bedauerlich. Er sei aber überzeugt, dass "wir uns im gemeinsamen Interesse verständigen können", sagte er in Rom. Auf keinen Fall werde Eni sich aus dem "sehr vielversprechenden" Projekt vor Zyperns Küste zurückziehen. Bei der Erschließung des Gas-Vorkommens halte Eni sich an "europäische Regeln", und Zypern gehöre zur EU.

Gemeinsame Pipeline nun auf der Kippe?

Eni vertreibt in der Türkei russisches Gas, verkauft Schmierstoffe und chemische Grundstoffe und bietet dort Ingenieur- und Konstruktionsdienstleistungen an. Zudem plant Eni zusammen mit der türkischen Calik Holding eine Pipeline, die von Samsun am Schwarzen Meer nach Ceyhan am Mittelmeer verlaufen soll. Calik könne natürlich "seine eigene Entscheidung treffen", sagte Energieminister Yildiz - die Regierung sei aber nun gegen eine Beteiligung von Eni.

Quelle: AFP