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Neuordnung

Gasag baut Stellung auf Brandenburger Gasmarkt aus

Teile des Erdgasmarkts in Brandenburg werden neu geordnet. Der Gas- und Stromversorger Energie Mark Brandenburg (EMB) will sich den Mehrheitsanteil bei den Havelländischen Stadtwerken sichern, wie die Geschäftsleitung am Dienstag in Potsdam ankündigte.

Gaspreise© photoGrapHie / Fotolia.com

Potsdam (dapd-lbg/red) - Mit dem bevorstehenden Zukauf von 50,9 Prozent werde das Tochterunternehmen der Berliner Gasag 91,16 Prozent des Erdgasversorgers aus Werder (Havel) besitzen. Zugleich übernimmt die Gasag in Südbrandenburg die Mehrheit bei SpreeGas.

Zunächst muss aber das Bundeskartellamt seine Erlaubnis für die Übernahme der Havelländischen Stadtwerke erteilen. Derzeitiger Mehrheitseigner ist der Leipziger Erdgasimporteur Verbundnetz Gas AG. Er will seine Beteiligung an EMB auf 25,1 Prozent steigern und bleibt über diesen Weg weiter an den Stadtwerken beteiligt.

Gasag übernimmt weitere Anteile von SpreeGas

Die Gasag baut nicht nur über ihre Tochter EMB, sondern auch selbst ihre Position in Brandenburg durch Zukäufe aus: Durch die Übernahme von Anteilen gehören der Gasag künftig 66,3 Prozent von SpreeGas. Das Unternehmen versorgt Kunden in Südbrandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Auch diese Anteile werden - wie im Fall der Stadtwerke - von der Verbundnetz Gas AG übernommen.

Unterdessen präsentierte EMB die Geschäftszahlen. Der einst reine Gasanbieter versorgte zum 1. Mai knapp 105.000 Kunden mit Erdgas und mehr als 20.000 Kunden mit Strom. Seit 2008 bietet das Unternehmen auch Strom an. Im vergangenen Jahr überschritt EMB in diesem Segment erstmals die Kundenzahl von 10.000, wie Geschäftsführer Ulrich Floß sagte.

Weniger Gaskunden, mehr Stromkunden

Jedoch sank in den vergangenen Jahren die Zahl der Kunden im Kerngeschäft: Im Jahr 2007 bekamen noch mehr als 121.000 Kunden Gas von EMB, im Mittel des vergangenen Jahres waren es 14.900 weniger. Der Umsatz sank im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 30,6 Millionen auf 310,9 Millionen Euro. Zugleich machte EMB 445.000 Euro mehr Gewinn, der Überschuss stieg auf 15,9 Millionen Euro.

Wegen langer Kälteperioden verbrauchten die Privatkunden von EMB nach Unternehmensangaben mehr als 7,5 Milliarden Kilowattstunden Gas, während es im Jahr 2009 knapp über 7,0 Milliarden waren. Dank steigender Kundenzahlen stieg der Stromabsatz um mehr als die Hälfte auf 42,9 Millionen Kilowattstunden. EMB gehört zu mehr als 75 Prozent zur Gasag, an der unter anderem Vattenfall und E.ON Ruhrgas beteiligt sind.