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Wirtschaftskooperation

Gasanbieter kritisiert Protesthaltung gegen Energieprojekte

Niedersachsen und die Niederlande wollen die wirtschaftliche Zusammenarbeit ausbauen. Chancen für Wachstum sieht man etwa bei den erneuerbaren Energien, Probleme gebe es beispielsweise bei Genehmigungen für Gasanbieter. Einer der größten Netzbetreiber Europas sitzt direkt an der Grenze.

Gaskosten© Jaap2 / iStockphoto.com

Assen/Groningen (dapd/red) - "Gerade im Norden des Landes gibt es noch Raum für Verbesserungen", sagte die Vizekommissarin der Königin für die Provinz Drenthe, Tanja Klip-Martin, am Montag beim Besuch einer Delegation von norddeutschen Unternehmensvertretern in Assen. Dazu zählte sie den Ausbau der Infrastruktur auf Straße und Schiene.

Gasanbieter direkt an der Grenze

Als sehr gut bezeichnete der niedersächsische Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) das Verhältnis zu den westlichen Nachbarn. Die Grenzen seien eingerissen, einem Ausbau der Kooperation stehe nichts im Weg. "Auch wir sehen noch große Wachstumschancen, etwa im Bereich der erneuerbaren Energien", sagte Bode.

Auf beiden Seiten der Grenze ist einer der größten Gasnetzbetreiber Europas, Nederlandse Gasunie, tätig. Das Unternehmen investiere derzeit 450 Millionen Euro in den Ausbau der Gasnetze in Deutschland, sagte der Geschäftsführer der Gasunie Deutschland Transport Services GmbH, Jens Schumann, in Groningen.

"Bevölkerung ist nicht bereit, Restrisiko hinzunehmen"

Bis zum Jahr 2015 seien Investitionen von weiteren 675 Millionen Euro geplant. Dabei gebe es allerdings Probleme mit den Regulierungsbehörden. Der Gasanbieter stehe im ständigen Dialog mit der Bundesnetzagentur und der Politik, um die Genehmigungsverfahren zu beschleunigen, fügte Schumann hinzu.

Mit Sorge betrachtet er zudem eine "Bewusstseinsveränderung" in der Bevölkerung, die offensichtlich nach der Katastrophe in Fukushima nicht bereit sei, "jedes noch so kleine Restrisiko" im Energiebereich hinzunehmen. Dabei sei Gas der sauberste fossile Energieträger, sagte Schumann.