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Nicht ausgelastet

Gaskraftwerke lohnen sich immer weniger

Die Grünen haben die Bundesregierung dafür verantwortlich gemacht, dass sich Gaskraftwerke wegen eines steigenden Anteils von Kohle- und Ökostrom immer weniger rentieren. "Viele Gaskraftwerke verlieren gerade Geld, weil sie nicht gegen billigen Kohlestrom konkurrieren können. Das liegt vor allem am Einbruch der Kohle- und CO2-Preise".

Gaskraftwerk© Ralf Urner / Fotolia.com

Berlin (AFP/red) - Gaskraftwerke könnten ihren Klimavorteil am Markt nicht mehr ausspielen, weil die Bundesregierung dem Zusammenbruch des CO2-Marktes tatenlos zugesehen habe, sagte die stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Bärbel Höhn Handelsblatt Online.

Kraftwerke können ihre Leistung nicht ausschöpfen

Angesichts des Ausbaus der erneuerbaren Energien sinken die Preise an der Strombörse und Gaskraftwerke sind immer öfter nicht voll ausgelastet. Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf Angaben des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) berichtete, sank die Auslastung kommunaler Gastkraftwerke mit einer Leistung von mindestens 20 Megawatt von 2010 bis 2012 um 24,4 Prozent. 2013 hätten sie nicht einmal ein Drittel ihrer möglichen Leistung ausschöpfen können, berichtete das "Handelsblatt". Gerade neue Gaskraftwerke würden damit ihre Kosten nicht mehr einspielen.

Stadtwerke fühlen sich in die Enge getrieben

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, warnte vor Stromengpässen, sollten die Stadtwerke als Betreiber von Gaskraftwerken durch die Energiewende weiter in die Enge getrieben werden. "Die dramatische Situation der hocheffizienten und klimafreundlichen Gaskraftwerke zeigt einmal mehr den dringenden Reformbedarf bei der Energiewende", sagte Landsberg Handelsblatt Online. Ein Stromausfall würde selbst bei kurzer Dauer zu Milliardenverlusten führen. Er forderte eine Reihe von Reformen, um das Überleben der Stadtwerke zu sichern.

Entlohnung für Bereitschaftsdienst gefordert

So sprach sich Landsberg dafür aus, dass die Förderung der alternativen Energien künftig davon abhängig gemacht werde, dass ihr Strom wirklich ins Netz gelangt und dort auch tatsächlich benötigt wird. Der Ausbau der alternativen Energien müsse des weiteren angepasst werden an den Ausbau des Hochspannungsnetzes und die Verbesserung der Verteilungsnetze. Schließlich forderte Landsberg, die Gaskraftwerke finanziell dafür zu entlohnen, dass sie für den Fall, dass die erneuerbaren Energien mangels Wind oder Sonne vorübergehend nicht genügend Strom liefern, Reservekapazitäten bereit stellen.

Quelle: AFP