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Venezuela

Gasleck verursacht Explosion mit 48 Toten (Upd.)

Bei einer Explosion in einer der größten Ölraffinerien der Welt sind in Venezuela mindestens 48 Menschen getötet worden. Rund 80 weitere Menschen seien bei dem Unglück in der Stadt Amuay am Samstag verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Präsident Hugo Chávez ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

Pumpe© Stephen Coburn / Fotolia.com

Caracas (AFP/red) - Das Unglück im Bundesstaat Falcón im Nordwesten des Landes wurde nach Angaben des Energieministeriums durch ein Gasleck ausgelöst. Das entweichende Gas sei explodiert und habe zwei Öltanks und weitere Einrichtungen in Brand gesetzt. Die Katastrophe ereignete sich demnach in der Nacht zum Samstag, am Sonntag stand die Raffinerie noch immer in Flammen. Laut Vizepräsident Elías Jaua erschwerten starke Winde die Löscharbeiten. Flammen aus den brennenden Öltanks waren noch in kilometerweiter Entfernung zu sehen.

Unter den Toten seien 18 Mitglieder der Nationalgarde, die den Komplex bewacht hätten, sagte Jaua. Zudem seien 15 Zivilisten und einige weitere Menschen gestorben, die noch nicht identifiziert seien. Zwei weitere Menschen erlagen am Sonntag ihren schweren Verbrennungen, mehrere Verletzte befanden sich nach Krankenhausangaben noch in Lebensgefahr.

Schlechte Standards und mangelnde Wartung

Offiziellen Angaben zufolge wurden in der Nähe der Raffinerie mehr als 200 Häuser und elf Geschäfte beschädigt. Die Häuser von 13 Familien seien vollständig zerstört worden. Viele Beschäftigte der Raffinerie wurden demnach in nahegelegene Wohnanlagen untergebracht. Chávez kündigte eine "gründliche Untersuchung" des Unglücks an. Die Tragödie treffe die gesamte "venezolanische Familie", sagte er in einer Telefonkonferenz mit seinen Kabinettsmitgliedern.

In der Vergangenheit hatten venezolanische Medien wiederholt über schlechte Sicherheitsstandards und mangelnde Wartung in den Raffinerien des Landes berichtet. Venezuela ist der fünftgrößte Ölexporteur der Welt. Die Raffinerie von Amuay ist die größte des Landes. Normalerweise werden dort bis zu 645.000 Barrel Rohöl pro Tag verarbeitet.

Quelle: AFP