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Konflikt verschärft

Gaspipeline in der Ukraine explodiert

Eine Gaspipeline in der Ukraine, die auch Europa mit Gas versorgt, wurde bei einer Explosion beschädigt. Zu dem Vorfall kam es, nachdem Russland der Ukraine den Gashahn zugedreht hatte. Die Regierung in Kiew hält einen Sabotageakt für möglich.

Erdgaspipline© Alexander Tarasov / Fotolia.com

Kiew (AFP/red) - Bei einer Explosion in der Ukraine ist eine Gaspipeline in Richtung Europa beschädigt worden. Die wahrscheinlichste Ursache der Explosion an der als "Transsibirische Pipeline" bekannten Leitung sei ein "Terrorakt", sagte der ukrainische Innenminister Arsen Awakow am Dienstag.

Pipeline-Betreiber Uktransgaz erklärte, die Gaslieferungen nach Europa seien nicht betroffen. Der Tod eines russischen Journalisten bei Kämpfen in der Ostukraine verschärfte derweil die Spannungen.

Sabotage an der Pipeline?

Die Explosion in der nordöstlichen Region Poltawa erfolgte einen Tag, nachdem Russland der Ukraine im Streit um ausstehende Zahlungen und künftige Preise den Gashahn zugedreht hatte. Die Ukraine ist für die Europäische Union eines der wichtigsten Transitländer für Erdgas aus Russland. Der russische Staatskonzern Gazprom hatte am Montag vor "möglichen Störungen" bei den Gaslieferungen in die EU gewarnt.

Die "Sabotage" der Urengoj-Pomari-Uschgorod-Leitung sei "ein weiterer Versuch Russlands, die Ukraine als Partner im Gassektor zu diskreditieren", sagte Innenminister Awakow. Nach Angaben des Katastrophenschutzes stieg nach der Explosion eine 30 Meter hohe Stichflamme auf. Nach Polizeiangaben wurde offenbar niemand verletzt.

Vermutete Ursachen

Die 4.500 Kilometer lange Gasleitung verläuft von den Gasfeldern in Sibirien über die Ukraine bis zu den europäischen Kunden. Der ukrainische Katastrophenschutz erklärte, die Explosion sei vermutlich durch ein Beschädigung des Rohrs oder einen Druckverlust an einer Dichtung verursacht worden.

Situation spitzt sich zu

Der Tod eines russischen Journalisten bei Kämpfen in der Ostukraine verschärfte derweil die Spannungen zwischen Moskau und Kiew. Der Journalist Igor Korneljuk vom russischen Staatsfernsehen geriet am Dienstag nahe der Rebellenhochburg Lugansk unter Beschuss und starb nach Angaben eines Arztes im Krankenhaus.

Moskau sprach von einem "weiteren Verbrechen der ukrainischen Truppen". Ein Tonassistent des getöteten Fernsehreporters werde vermisst, erklärte das russische Außenministerium. Das Ministerium forderte eine Untersuchung der "Tragödie". Die Verantwortlichen müssten "hart bestraft werden". Korneljuk sei durch Mörserbeschuss auf einen Ort getötet worden, "wo es keinerlei militärische Ziele" gegeben habe. Der Tod des 37-Jährigen zeige ein weiteres Mal "die verbrecherische Natur der Truppen, die den Strafeinsatz im Osten der Ukraine führen", erklärte das Außenministerium.

Finanzielle Unterstützung aus der EU

Die UNO warnte vor einer humanitären Krise in der Ostukraine, sollte keine politische Lösung in dem Konflikt gefunden werden. Der russische UN-Botschafter Vitali Tschurkin sagte, die Situation verschlimmere sich "ständig". Er kritisierte insbesondere die "willkürliche" Gewalt der ukrainischen Armee.

Die EU zahlte der Ukraine am Dienstag 500 Millionen Euro bereits verabredeter Finanzhilfe aus. Das Geld könne auch zur Begleichung der Gas-Schulden eingesetzt werden, sagte ein Sprecher der EU-Kommission. Die Ukraine schuldet Russland für bereits geliefertes Gas insgesamt 4,5 Milliarden Dollar (3,3 Milliarden Euro).

Quelle: AFP