Die Deutschen haben 2010 für Strom, Gas und Treibstoff mehr Geld ausgegeben als im vergangenen Jahr. Als Grund für die Entwicklung werden steigende Strom- und Kraftstoffpreise genannt. Lediglich die Gaspreise sind für Privathaushalte etwas gesunken.
Hamburg (dapd/red) - Das geht aus dem Jahresrückblick des Bundeswirtschaftsministeriums zum deutschen Energiemarkt hervor, aus dem das "Hamburger Abendblatt" (Montagausgabe) zitiert. Für die Mineralölprodukte Heizöl, Benzin und Diesel sei deutlich mehr verlangt worden als im Vorjahr, während die Strompreise nur leicht über dem Niveau von 2009 gelegen hätten. Beim Gas seien die Kosten für Haushaltskunden etwas gesunken.
Acht Prozent des Nettoeinkommens für Energie
Die Energiekostenbelastung der Verbraucher habe bei annähernd acht Prozent ihres Nettoeinkommens gelegen. Die Energieausgaben der deutschen Volkswirtschaft lagen der Untersuchung zufolge bei insgesamt 97 Milliarden Euro und damit um
15 Prozent über dem Wert des vergangenen Jahres. Dies sei auf die höheren Energiepreise und den um 4,1 Prozent gestiegenen Energieverbrauch zurückzuführen. Dieser wiederum habe seine Ursache in der kräftigen wirtschaftlichen Erholung und der kälteren Witterung.
So geht es 2011 weiter
Die Zukunftsaussichten stellen sich nicht so rosig für Gaskunden dar: Aus einem Marktüberblick des Verbraucherportals Verivox geht hervor, dass auch beim Gas die Preise steigen. Zum Januar 2011 hätten 81 Gasanbieter Preiserhöhungen von durchschnittlich sieben Prozent angekündigt. Allerdings können Verbraucher mit einem Wechsel des Anbieters oft eine Menge Geld sparen. Beim Gaswechsel hilft der kostenlose Vergleichsrechner auf Gas-Magazin.de.
Nahezu jeder zweite Haushalt könnte nach Einschätzung des Präsidenten der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, jährlich bis zu 300 Euro beim Wechsel seines Stromanbieters sparen. Auch beim Gasanbieterwechsel, der noch nicht so im Fokus der Verbraucher sei, gebe es deutliche Einsparpotenziale.
Das Oberlandesgericht Oldenburg hat bekanntgegeben, das Verfahren dem Gerichtshof der Europäischen Union vorlegen zu wollen. Die Grundsatzentscheidung, ob die Verträge des Gasanbieters EWE wirksam seien und den Anforderungen des Verbraucherschutzes genügen, sei eine Aufgabe für den EuGH.
Die Bad Homburger Gasrebellen sind jetzt vor Gericht endgültig unterlegen. Die Kunden der Stadtwerke hatten nach einer Preiserhöhung die Differenzbeträge der Gasrechnung nicht bezahlt. Im Berufungsverfahren entschied das Gericht jetzt zugunsten der Stadtwerke, die Gaskunden müssen nachzahlen.
Das Überangebot an Gas in Europa und damit der Druck auf die Preise wird nach Einschätzung des größten deutschen Gasimporteurs E.ON Ruhrgas noch einige Jahre anhalten. Gasanbieter, die in langfristigen Verträgen stecken, müssen überlegen, wie sie weiterhin wettbewerbsfähig bleiben.
Der Gaspreis steigt zum neuen Jahr wieder leicht an. Einige Gasanbieter können ihre Preise jedoch auch senken. Ein Grund für die immer weiter klaffende Schere zwischen den Angeboten ist die unterschiedliche Beschaffungsstrategie der Gasanbieter. Verbraucher können von günstigen Preisen am freien Markt profitieren.