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Abwärtstrend

Gaspreise in Deutschland weiter auf Talfahrt

Die Gaspreise in Deutschland sind in den vergangenen zwölf Monaten um gut sechs Prozent gesunken. Weitere Preissenkungen werden erwartet. Gleichzeitig steigt der Gasverbrauch bei den deutschen Kunden.

Gaskosten© Denis Junker / Fotolia.com

Berlin/Essen – Deutschlands rund 20 Millionen private Gaskunden können sich freuen: Der Brennstoff wird voraussichtlich auch in der zweiten Jahreshälfte günstiger. Bei Verivox steht der Preisindex für Gas aktuell bei 6,13 Cent je Kilowattstunde. Vor zwei Jahren waren es noch 6,69 Cent, das entspricht einem Rückgang um 8,4 Prozent. Allein in den vergangenen zwölf Monaten wurde Gas um gut sechs Prozent billiger.

Weitere Preissenkungen angekündigt

Eine Durchschnittsfamilie mit zwei Kindern im Einfamilienhaus zahlt damit für ihren Gas-Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden laut Verivox derzeit knapp 1.230 Euro. Während der ersten sechs Monate 2016 sind die Kosten um 49 Euro oder fast vier Prozent gesunken. Rund die Hälfte der 709 Grundversorger drückte im ersten Halbjahr die Gaspreise um durchschnittlich fünf Prozent. Für die kommenden Monate gibt es gut 20 Ankündigungen für Senkungen um im Schnitt sieben Prozent.

Anders als beim Strom ist beim Gas das nötige Leitungsnetz weitgehend vorhanden und gut ausgebaut. Es fließen aber auch hier viele Faktoren in die Verbraucherpreise ein. "Der Endkundenpreis hängt nur zu etwas mehr als der Hälfte von den Beschaffungskosten ab", erklärt Anke Tuschek vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). "Neben diesen Einkaufskosten für Erdgas setzt sich der Preis auch aus den Netzentgelten sowie den Steuern und Abgaben auf Erdgas zusammen."

Im Schnitt mehr als 30 Gasanbieter verfügbar

Laut BDEW können Verbraucher in fast allen Regionen heute zwischen mehr als 30 verschiedenen Anbietern auswählen. Seit der Liberalisierung des Gasmarkts vor zehn Jahren habe bis zum ersten Quartal 2016 fast ein Drittel der Haushalte den Versorger gewechselt.

Eine große Zunahme der Netzentgelte, die die Verbraucher zahlen müssen, ist beim Gas eher nicht zu befürchten. Der Anteil der Netzkosten für Haushaltskunden stagniert seit Jahren laut Bundesnetzagentur bei knapp unter einem Fünftel des Gaspreises.

Das klingt gut für die Konsumenten - und doch zahlen viele mehr, als sie müssten. Fast ein Viertel der Gaskunden sind nach jüngsten Zahlen der Bundesnetzagentur von 2015 in der Grundversorgung - sie haben also weder Anbieter noch Tarif gewechselt. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Tarif liegen oft mehrere hundert Euro im Jahr.

Preise müssten stärker sinken – Gasverbrauch nimmt zu

Es gibt aber auch Kritik an den Unternehmen. "Die Preise für Strom und Gas müssten eigentlich auf breiter Front zurückgehen", sagt die Grünen-Bundestagsabgeordnete Bärbel Höhn. "Die Versorger können sich jetzt auch nicht mehr mit langfristigen Lieferverträgen herausreden, weil die Preise im Einkauf schon so lange auf Talfahrt sind."

Der deutsche Gesamtverbrauch an Gas nimmt weiter zu. Nach Daten der Internationalen Energieagentur (IEA) legte er im ersten Quartal im Vergleich zum ersten Vierteljahr 2015 um 7,7 Prozent zu. Insgesamt wurden von Januar bis März 30,7 Milliarden Kubikmeter Gas genutzt.

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Quelle: DPA