Startseite
Streit

Gasprojekt Turkish Stream wurde zurückgesetzt

Das Gasprojekt Türkish Stream wurde zunächst einmal auf Eis gelegt. Hintergrund ist der heftige Streit zwischen Moskau und Ankara. Vor einigen Wochen war die Kapazität der Leitung, die von Anapa bis nach Griechenland gebaut werden soll, halbiert worden.

Pipeline© Alexander Tarasov / Fotolia.com

Moskau (dpa/red) - Russlands wichtigstes Energieprojekt Turkish Stream liegt wegen des heftigen Streits zwischen Moskau und Ankara vorerst auf Eis. Die Verhandlungen über die geplante Gaspipeline von Russland durch das Schwarze Meer in die Türkei seien gestoppt, da die Arbeit der gemeinsamen Regierungskommission ausgesetzt worden sei, sagte Energieminister Alexander Nowak am Donnerstag der Agentur Tass zufolge. Grund seien die vom Kreml gegen Ankara verhängten Sanktionen nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei.

Der Chef des russischen Energieriesen Gazprom, Alexej Miller, sagte, der Ball liegt im Feld der Türkei. Falls Ankara Interesse an Turkish Stream habe, sollte die dortige Regierung ein Signal an Moskau senden. "Falls ein Vorschlag kommt, sehen wir ihn uns an", sagte er.

Weniger Stränge beim Turkish Stream

Turkish Stream soll vom russischen Küstenort Anapa über den europäischen Teil der Türkei bis nach Griechenland weitergebaut werden. Gazprom strich im Oktober die Pläne von vier auf zwei Stränge zusammen, die eine Kapazität von 32 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr haben. Als Grund für die Reduzierung nannte das Unternehmen den vereinbarten Ausbau der Ostseepipeline Nord Stream von Russland nach Deutschland. Gegen diese Pläne protestieren das für russisches Gas wichtige Transitland Ukraine und weitere osteuropäische Staaten.

Quelle: DPA