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Schätzungen

Gasverbrauch gestiegen, Stromverbrauch gesunken

Aktuellen Schätzungen zufolge ist der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung im ersten Halbjahr 2012 erstmals über die 25-Prozent-Marke geklettert. In die Höhe gegangen ist im gleichen Zeitraum auch der Verbrauch von Erdgas, was nicht zuletzt an den kalten Monaten Februar und April lag.

Stromerzeugung© frank peters / Fotolia.com

Berlin (AFP/red) - Mit insgesamt 67,9 Milliarden Kilowattstunden deckten Wind, Biomasse und Co. in den ersten sechs Monaten gut ein Viertel des deutschen Strombedarfs. Das teilte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) unter Berufung auf erste Schätzungen am Donnerstag in Berlin mit. Im ersten Halbjahr 2011 hatte der Anteil von Ökostrom mit 56,4 Milliarden Kilowattstunden noch rund 21 Prozent betragen.

Die Windenergie bleibt demnach mit einem Anteil von 9,2 Prozent die wichtigste erneuerbare Energie, gefolgt von der Biomasse mit 5,7 Prozent und der Photovoltaik, die ihren Beitrag zur Stromerzeugung überdurchschnittlich um 47 Prozent auf nunmehr 5,3 Prozent steigern konnte. Der Beitrag der Wasserkraft zur Stromerzeugung lag bei 4,0 Prozent, der Anteil regenerativen Stroms aus Müllkraftwerken sowie sonstigen erneuerbaren Energien betrug 0,9 Prozent.

Wie sich der Gas- und der Stromverbrauch entwickelten

Insgesamt wurde den Angaben zufolge im ersten Halbjahr 2012 etwas mehr Erdgas und weniger Strom als im Vorjahresvergleich verbraucht. Der Gasverbrauch lag demnach mit 495,3 Milliarden Kilowattstunden um 0,4 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Als Gründe nannte der BDEW, dass einerseits für die Strom- und Wärmeerzeugung in den Kraftwerken der allgemeinen Versorgung weniger Erdgas verbraucht wurde, andererseits in den vergleichsweise kalten Monaten Februar und April ein deutliches Plus beim Erdgasverbrauch für Raumheizungen auftrat. Auch der Schalttag am 29. Februar trug zum Zuwachs beim Erdgasverbrauch bei.

Der Stromverbrauch lag dagegen mit 261,5 Milliarden Kilowattstunden um 1,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Maßgeblich dafür verantwortlich war nach Angaben des BDEW vor allem die niedrigere Produktion in den stromintensiven Industrien Eisen- und Stahlerzeugung, chemische Grundstoffe und Papierherstellung.

Quelle: AFP