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Ukraine-Konflikt

Gazprom droht erneut mit Lieferstopp

Im Gaskonflikt konnte nach zähen Verhandlungen die Versorgung der Ukraine über den Winter gesichert werden. Aktuell kommt es aber wieder zu Streitfragen, was die Bezahlung der Gaslieferungen aus Russland angeht. Und auch diesmal will die EU-Kommission vermitteln.

Gaskosten© Kautz15 / Fotolia.com

Brüssel (dpa/red) - Im Gaskonflikt der Ukraine mit Russland stellte sich die EU-Kommission auf eine erneute Vermittlungsrunde ein. "Wir versuchen, sehr bald ein Dreiertreffen zwischen den ukrainischen und russischen Energieministern, mir und der (EU-)Kommission einzuberufen", sagte der für Energiefragen zuständige Vizepräsident der Brüsseler Behörde, Maros Sefcovic, am Mittwoch (25.02.2015).

Gazprom droht erneut mit einem Lieferstopp

Der russische Staatskonzern Gazprom drohte der Ukraine erneut wegen offener Rechnungen mit einem Lieferstopp. Russland vermisste laut Gazprom-Chef Alexej Miller die vereinbarte Vorauszahlung der Ukraine für den März. Der ukrainische Energieversorger Naftogaz lehnte weitere Vorauszahlungen ab, solange es keine Garantie gebe, dass die russische Seite sich an Vereinbarungen halte. Der Konzern hatte Gazprom vorgeworfen, bestellte Mengen nicht im vollen Umfange zu liefern.

Winterpaket läuft noch bis Ende März

Sefcovic sagte, er sei in "beinahe ständigem Telefonkontakt" mit den Energieministern der Ukraine und Russlands. Es gebe widersprüchliche Angaben zur Versorgung der ostukrainischen Regionen Donezk und Lugansk. "Wir werden natürlich versuchen, das Winterpaket zu bewahren", sagte er. Mit diesen Vereinbarungen hatten sich beide Länder im Oktober nach langwierigen Verhandlungen in Brüssel auf russische Gaslieferungen für die Ukraine in den Wintermonaten geeinigt. Das Winterpaket läuft Ende März aus.

Update: Frist bis Montag

Vor Gasverhandlungen in Brüssel hatte Russland der Ukraine im Streit um ungezahlte Rechnungen ein Ultimatum bis Montag gestellt. Sollte Kiew bis dahin keine Vorauszahlung für März leisten, wäre am Dienstag der Gashahn zugedreht worden, warnte Energieminister Alexander Nowak am Freitag. Die EU-Kommission hatte die Konfliktparteien für Montag nach Brüssel eingeladen, um über die Umsetzung des Ende Oktober vereinbarten "Winterpakets" zu sprechen. Beide Seiten sagten ihre Teilnahme zu.

Nowak warnte, das zuletzt bezahlte Gas reiche nur noch bis Anfang der kommenden Woche. Der ukrainische Staatskonzern Naftogaz überwies dem russischen Monopolisten Gazprom am Freitag zwar eine weitere Vorauszahlung von 15 Millionen Dollar (rund 13 Millionen Euro). Dieser Betrag decke allerdings lediglich die Kosten für gut einen Tag, meinte Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow.

Update: Drohender Lieferstopp konnte abgewendet werden

Die pleitebedrohte Ukraine hat einen Lieferstopp für russisches Gas abgewendet. Kiew versprach ausreichende Vorauszahlungen für den Monat März, wie die EU-Kommission am späten Montagabend in Brüssel nach mehrstündigen Verhandlungen mitteilte. Auch der Transport von russischem Gas nach Europa sei gesichert.

Moskau und Kiew wollen den Kontakt nicht abreißen lassen. Die Gespräche sollen unter EU-Vermittlung Ende März fortgesetzt werden. Dabei soll es um die Belieferung der Ukraine vom April an gehen. Der russische Monopolist Gazprom werde lediglich jene Mengen liefern, die vorab bezahlt würden, sagte der russische Energieminister Alexander Nowak nach dem Gespräch mit seinem ukrainischen Kollegen Wladimir Demtschischin laut Agentur Tass.

Quelle: DPA