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Schiedsgericht

Gazprom muss für RWE die Preise senken

Was E.on recht war, ist RWE billig: Nun profitiert auch RWE von günstigeren langfristigen Gaslieferverträgen. Ein Schiedsgericht im österreichischen Wien hat geurteilt, dass die russische Gazprom Preise anpassen und Zahlungen zurückerstatten muss - und zwar rückwirkend bis Mai 2010, hieß es.

RWE© RWE AG

Essen (dpa/red) - Das Tauziehen zwischen dem Energieriesen RWE und der russischen Gazprom über eine Anpassung langfristiger Gaslieferverträge ist beendet. Nach dem abschließenden Spruch eines Schiedsgerichtes in Wien muss Gazprom für den Zeitraum seit Mai 2010 RWE Zahlungen zurückerstatten, teilte das Essener Unternehmen am Donnerstag mit. Dem RWE-Antrag auf Anpassung von Preiskonditionen sei weitgehend stattgegeben worden. Über die Höhe der nun anstehenden Rückflüsse wurden keine Angaben gemacht. RWE prüfe den Schiedsspruch und den Einfluss auf die Prognose für das gesamte Geschäftsjahr im Detail. Über die finanziellen Auswirkungen wolle das Unternehmen dann kurzfristig informieren.

Mehr gezahlt als in Rechnung gestellt

Rund die Hälfte aller Gaslieferverträge sind bei RWE langfristig fixiert (rund 19 Milliarden Kubikmeter). Davon entfällt wiederum ein Drittel auf Gazprom. Durch sinkende Preise an den Spotmärkten war RWE wie zuvor schon sein Konkurrent E.on im Gasgeschäft mit seinen Kunden erheblich unter Druck geraten. Wegen der langfristigen Preisbindung zahlten die Unternehmen mehr als sie ihren Kunden in Rechnung stellen konnten. E.on hatte sich bereits im vergangenen Jahr mit Gazprom auf eine Preisanpassung verständigt. RWE rief dagegen das Schiedsgericht an, das nun im Sinne des Essener Versorgers entschied.

Quelle: DPA