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Abkommen

Gazprom setzt Ukraine mit Gaszahlungen unter Druck

Gazprom droht der Ukraine mitten in der Krise mit einem Entzug der Rabatte bei den Gaslieferungen. Die Ukraine habe nicht, wie vertraglich vorgesehen, pünktlich den Gesamtbetrag von rund einer Milliarde Euro bezahlt. Der ehemalige ukrainische Präsident hatte im November ein Abkommen mit der EU abgelehnt.

Ukraine

Moskau (AFP/red) - Der russische Energiekonzern Gazprom hat die Ukraine zur Begleichung offener Rechnungen aufgefordert. Kiew habe Gaslieferungen im Gesamtwert von 1,55 Milliarden Dollar (1,12 Milliarden Euro) nicht bezahlt, sagte ein Unternehmenssprecher am Samstag der Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Falls die Ukraine ihren Verpflichtungen nicht nachkomme, könne Moskau nicht länger einen Rabatt auf die Gaslieferungen anbieten. Die Vereinbarung sehe "eine vollständige und pünktliche Zahlung vor", betonte der Gazprom-Sprecher.

Abkommen mit Brüssel abgelehnt

Moskau hatte der Ukraine den Preisnachlass eingeräumt, nachdem der inzwischen abgesetzte ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch Ende November überraschend verkündet hatte, ein über Jahre mit Brüssel ausgehandeltes Assoziierungsabkommen nicht zu unterzeichnen. Die Ukraine ist vom Staatsbankrott bedroht. Die Übergangsregierung wirft der früheren Führung um Janukowitsch vor, das Land ruiniert und Milliardenbeträge abgezweigt zu haben.

Update: Keine Erhöhung der Gaspreise

Der russische Energiekonzern wird seine Preise für Gaslieferungen an die Ukraine zunächst nicht erhöhen. Das sagte ein Gazprom-Sprecher am Montag der Nachrichtenagentur dpa in London. Die Führung in Kiew habe versichert, die ausstehenden Zahlungen umgehend zu leisten. Deswegen werde gegenwärtig nicht mehr an eine Rücknahme von Rabatten gedacht. Sowohl Gazprom als auch die Ukraine und die Gaskunden in Europa hätten großes Interesse an einem ungehinderten Gasfluss.

Quelle: AFP