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Gas und Öl

Gazprom sichert Deutschland Energielieferungen zu

Gazprom sichert Deutschland trotz der Spannungen rund um die Krimkrise weiterhin die zuverlässige Lieferung von Gas und Öl zu. Gas sei keine Waffe, so der Vize-Chef des Konzerns. Im Streit um die Krim hat der russische Energiekonzern die Rabatte auf Gaslieferungen für die Ukraine gestrichen.

Gazprom

Düsseldorf (dpa/red) - Der russische Energiekonzern Gazprom hat der Bundesrepublik trotz der Krimkrise eine sichere Gasversorgung zugesichert. "Wir halten unsere vertraglichen Verpflichtungen gegenüber Deutschland ein", sagte Alexander Medwedjew, Vize-Chef des weltgrößten Gaskonzerns, dem "Handelsblatt". Die Exportmengen seien in Verträgen fest vereinbart. Wenn Gazprom seine Verpflichtungen nicht erfülle, müsse der Konzern hohe Strafen bezahlen.

Sorgen um Gaslieferungen

Russland deckt etwa ein Drittel des deutschen Gas- und Ölbedarfs. Mit Beginn der Spannungen in der Ukraine sind Sorgen über die Zuverlässigkeit der russischen Lieferungen aufgekommen. Politiker fordern, die Abhängigkeit von Russland zu verringern.

Konzern fühlt sich ungerecht behandelt

"Gas ist keine Waffe, es ist eine Ware", sagte Medwedjew, der im Konzern verantwortlich für das Europa-Geschäft ist. Gazprom sei daran interessiert, den Brennstoff zu verkaufen, um Geld zu verdienen. Der Konzern fühle sich in Europa zeitweise "aggressiv und manchmal sogar ungerecht behandelt".

Milliardenschwere Nachforderungen

Gazprom hat die Preise für die Ukraine drastisch erhöht und fordert milliardenschwere Nachzahlungen. "Wir haben nicht die Preise erhöht", sagte Medwedjew. "Wir kommen jetzt einfach wieder zurück zu der vereinbarten marktorientierten Preisformel." Die Ukraine habe nicht einmal den ermäßigten Preis bezahlt, die Schulden des Landes würden steigen. "Was würde ein europäisches Unternehmen in einer solchen Situation machen?"

Quelle: DPA