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Bericht

Gazprom soll mit RWE über Einstieg verhandeln

Russlands Gasversorger Gazprom und Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern RWE vertiefen laut einem Zeitungsbericht ihre Verhandlungen über einen Einstieg der Russen auf dem deutschen Strommarkt. Eine Einigung gelte als wahrscheinlich, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" (Donnerstagausgabe) vorab unter Berufung auf Konzernkreise.

Gaspreise© photoGrapHie / Fotolia.com

München (dapd/afp/red) - RWE-Chef Jürgen Großmann und Gazprom-Chef Alexej Miller hätten vertiefte Gespräche am Montag bei einem Treffen in Kopenhagen beschlossen, hieß es weiter. Den Informationen zufolge will RWE bis zu zehn Prozent seiner Erzeugungskapazitäten in das Unternehmen einbringen.

Die Gespräche über die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens zum Bau und Betrieb von Kohle- und Gaskraftwerken, die zunächst bis zum 15. Oktober angesetzt waren, würden fortgesetzt.

Bessere Konditionen beim Gasbezug erhofft

Russland geht es um den Eintritt in den westeuropäischen Energieerzeugungsmarkt. Das Land hat RWE im Fall einer gemeinsamen Energieerzeugung in Westeuropa eine "kreative" Preisgestaltung beim Gasbezug in Aussicht gestellt. RWE strebt nach besseren Konditionen für den Gasbezug in Langzeitverträgen. Eine Partnerschaft dürfte bei den Kartellbehörden und Politikern wegen der wachsenden Marktmacht des russischen Konzerns umstritten sein. Dem schuldengeplagten Konzern RWE dürfte sie aber auch finanzielle Spielräume bringen.