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Brisantes Interesse

Gazprom soll Übernahme von E.ON-Anteilen prüfen

Der russische Energieriese Gazprom will einem Pressebericht zufolge sein Geschäft in Deutschland ausbauen und prüft eine Übernahme von Teilen des E.ON-Konzerns. Es gehe um strategische Investitionen oder Partnerschaften. Der Konzern sei bereit, einen Einstieg bei E.ON oder dessen Gastochter Ruhrgas zu prüfen.

Gasflamme© ArtmannWitte / Fotolia.com

München (afp/red) - Mit Interesse verfolge Gazprom, dass der größte deutsche Energieversorger Unternehmensbeteiligungen im Milliardenwert verkaufen wolle, sagte Vorstandschef Alexej Miller der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagausgabe). "Wir werden solche Angebote prüfen, die über reine Finanzinvestitionen hinausgehen und dem Konzern Mitsprache einräumen." Bislang habe es keine entsprechende Offerte von E.ON gegeben, so Miller. Ob für Gazprom auch eine Mehrheitsübernahme von Ruhrgas in Frage kommt, ließ Miller offen.

Schaffen die Russen den Einstieg in den deutschen Konzern?

E.ON hatte bereits Ende 2010 angekündigt, sich in den kommenden Jahren von Geschäftsfeldern im Volumen von 15 Milliarden Euro zu trennen, um den Schuldenberg abzubauen. Nach einem neuen Rekordgewinn verfügt Gazprom über großen finanziellen Spielraum. Dennoch gilt das Interesse von Gazprom als brisant. Denn mit einem Einstieg bekäme das Moskauer Unternehmen Zugriff auf das strategisch wichtige Leitungssystem des deutschen Konzerns. In der Vergangenheit war der Versuch russischer Unternehmen, sich an deutschen oder europäischen Konzernen zu beteiligen, immer wieder auf politischen Widerstand gestoßen.