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Kontrolle

Gazprom soll Verträge nicht mehr alleine ändern dürfen

Russlands Präsident Wladimir Putin hat eine stärkere staatliche Kontrolle der Auslandsgeschäfte russischer Unternehmen angeordnet. Putin unterzeichnete am Dienstag ein Dekret, wonach "strategische russische Unternehmen" wie der Energieriese Gazprom künftig nicht ohne Einverständnis der Regierung die Verträge oder Preise mit ausländischen Kunden ändern dürfen.

Gazprom

Moskau (AFP/red) - Zudem sollen Informationen, die von ausländischen Staaten, Länderbündnissen oder internationalen Organisationen angefordert werden, nur nach Rücksprache mit der russischen Führung herausgegeben werden.

Gazprom wird nicht ausdrücklich genannt

In dem Dekret wird Gazprom nicht explizit genannt. Das neue Regelwerk gilt aber als Reaktion auf das von der EU-Kommission eingeleitete Wettbewerbsverfahren gegen den staatlich kontrollierten Energieriesen. Gazprom wird vorgeworfen, mit unfairen Praktiken auf Gasmärkten in Zentral- und Osteuropa die Preise in die Höhe getrieben zu haben. Der Konzern weist die Anschuldigungen zurück. Im September 2011 hatte die EU-Kommission wegen der Vorwürfe unangekündigt die Büros von Gazprom-Tochterunternehmen in Europa durchsuchen lassen.

Keine Rabatte mehr ohne Rücksprache

Ein Gazprom-Sprecher sagte nach der Veröffentlichung des Dekrets von Putin, das Unternehmen werde künftig ausländischen Kunden für Gasexporte keine Rabatte mehr gewähren, wenn die Regierung nicht einverstanden sei. Zugleich schloss er sich der offiziellen Darstellung der russischen Führung an, wonach das Wettbewerbsverfahren darauf ausgerichtet sei, die Gaspreise in schwächelnden osteuropäischen Staaten zu drücken.

Quelle: AFP