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Energieabhängigkeit

Gazprom stellt Kiew weitere Milliarden in Rechnung

Der Schuldenberg der Ukraine wächst unermüdlich weiter: Gazprom verlangt nun weitere Milliarden für unerfüllte Gasverträge. In 2013 habe die Ukraine mehrere Lieferungen nicht angenommen. Kiew sucht indessen nach Alternativen, um weniger abhängig von dem Gas aus Russland zu werden.

Ukraine

Moskau (dpa/red) - Der russische Staatskonzern Gazprom hat der Ukraine weitere 11,388 Milliarden US-Dollar (8,24 Milliarden Euro) für unerfüllte Gasverträge in Rechnung gestellt. Dabei handele es sich um Strafzahlungen für 2013, weil vereinbarte Liefermengen nicht abgenommen worden seien, sagte Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge.

Take or pay

Die Ukraine habe 2013 nur 12,9 Milliarden Kubikmeter Gas bezogen, sagte Medwedew. Nach der Formel "take or pay" seien aber 41,6 Milliarden vereinbart gewesen. Wegen unbezahlter Gasrechnungen verlangt Russland bereits mehr als 2,2 Milliarden Dollar von der nahezu bankrotten Ukraine.

Ukraine trifft Vereinbarung mit der Slowakei

Die Ukraine steuert indessen um und will künftig Gas aus der Slowakei beziehen, um weniger abhängig von Russland zu sein. Eine entsprechende Grundsatzvereinbarung werde am Montag unterzeichnet, kündigte der slowakische Wirtschaftsminister Tomas Malatinsky nach einem Dreiertreffen mit dem ukrainischen Energieminister Juri Prodan und EU-Energiekommissar Günther Oettinger in Bratislava an.

Bis dahin müssten nur noch einzelne Formulierungsdetails der grundsätzlich erzielten Einigung geklärt werden, sagte Malatinsky am Donnerstag der Nachrichtenagentur TASR. Slowakische Verträge mit Gazprom würden dadurch nicht verletzt.

Quelle: DPA