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Bericht

Gazprom will Wintershall-Projekte übernehmen

Gazprom steht einem Bericht zufolge kurz vor dem Abschluss eines Tauschgeschäfts mit der BASF-Tochter Wintershall. Demnach könnte der russische Energieriese das zuvor gemeinsam geführte Erdgashandels- und Speichergeschäft komplett übernehmen. In Verhandlung stehen zwei Gasprojekte in Südamerika.

Kooperation© FotolEdhar / Fotolia.com

Moskau (AFP/red) - Der russische Staatskonzern Gazprom verhandelt einem Pressebericht zufolge über eine Beteiligung an zwei Gasprojekten des größten deutschen Erdöl- und Erdgasproduzenten Wintershall in Argentinien. Die russische Wirtschaftszeitung "Wedomosti" berichtete am Dienstag, die Verhandlungen stünden kurz vor dem Abschluss. Ein Vertrag könne Mitte Juli bei einem Besuch von Russlands Präsident Wladimir Putin in Argentinien unterzeichnet werden.

Lager in Südamerika

Bei den Verhandlungen gehe es vor allem um zwei Erdgas-Lagerstätten vor der Küste Feuerlands, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Informanten auf Seiten beider Unternehmen. Die Lagerstätten Carina und Aries produzieren zwölf Millionen Kubikmeter Erdgas pro Tag.

Tauschgeschäft kurz vor dem Abschluss

Wintershall, eine hundertprozentige Tochter des Ludwigshafener Chemiekonzerns BASF, ist seit 1978 in Argentinien aktiv und dort an 15 Gas- und Ölprojekten beteiligt. BASF hatte mit Gazprom Ende 2012 einen Tausch von wertgleichen Unternehmensteilen vereinbart, der derzeit kurz vor dem Abschluss steht. Demnach überlässt BASF dem russischen Konzern komplett das Erdgashandels- und Speichergeschäft, das beide Unternehmen bislang gemeinsam betrieben hatten und für 10 Milliarden Euro Umsatz steht. Im Gegenzug erhält BASF über Wintershall 25 Prozent plus eine Aktie an dem Urengoi-Erdgas- und Kondensatfeld in Sibirien, wo ab 2016 Erdgas produziert werden soll.

Quelle: AFP