Startseite
Berugung zulässig

Gerichtsurteil untersagt Preisspaltung auf dem Gasmarkt

Mit dem Frankfurter Urteil wird der Darmstädter Entega untersagt, Erdgas teurer anzubieten als das Schwesterunternehmen e-ben. Entega will auf jeden Fall in die Berufung gehen und bezeichnete das Urteil als nicht nachvollziehbar und der Marktrealität widersprechend.

Gaskosten© Jaap2 / iStockphoto.com

Frankfurt/Main (red) - Das Landgericht Frankfurt hat in erster Instanz zwei Klagen von Endkunden wegen angeblicher Preisspaltung stattgegeben. Die Klagen richteten sich gegen den Darmstädter Energieversorger Entega, dem vorgeworfen wurde, seinen Kunden das Erdgas teurer anzubieten als den Kunden des Schwesterunternehmens e-ben in Bensheim. Dieser Auffassung schlossen sich die Frankfurter Richter an. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Entega-Geschäftsführer Karl-Heinz Koch hält den Vorwurf der Preisspalterei für unbegründet und kündigte an, nach Vorliegen der Urteilsbegründung Berufung einlegen zu wollen. "Wir beliefern alle unsere Kunden zu grundsätzlich gleichen Konditionen und Preisen. Gegenüber der e-ben GmbH & Co. KG aus Bensheim sind wir nicht weisungsbefugt und haben auch keinen Einfluss auf deren Preisgestaltung", so Koch.

e-ben ist eine alleinige Tochtergesellschaft der Heag Südhessischen Energie AG (HSE). An Entega sind wiederum die HSE und auch die Stadtwerke Mainz beteiligt. Klägeranwalt Matthias Albrecht bezeichnete die Entega in ihrem Netzgebiet als eindeutig marktbeherrschend. Bei einer kartellrechtlichen Betrachung müsse man Entega, HSE und e-ben als ein Unternehmen sehen. Demzufolge dürfe die Entega im Netzgebiet der HSE keine höheren Preise fordern als ihre Konzernschwester e-ben in den Netzgebieten der GGEW und der Energieried.