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CO2 einsparen

Gewerkschaft schlägt Abwrackprämie für Heizungen vor

Die Gewerkschaft IG BCE schlägt eine Art Abwrackprämie für alte Gas- und Ölheizungen vor, um den CO2-Ausstoß zu senken. Die Prämie soll eine Alternative zur Klimaabgabe für Kohlekraftwerke sein. Könnte man an anderer Stelle CO2 einsparen, könnten Kraftwerksbetreiber entlastet werden.

Heizkosten© Sergej Toporkov / Fotolia.com

Berlin (dpa/red) - Als Alternative zur heftig umstrittenen Klimaabgabe älterer Kohlekraftwerke schlägt die Gewerkschaft IG BCE eine "Abwrackprämie" für alte Gas- und Ölheizungen vor. Dies geht aus einem Papier der Gewerkschaft hervor, das der Deutschen Presse-Agentur am Freitag vorlag. Die angepeilte Senkung des deutschen CO2-Ausstoßes um 40 Prozent bis zum Jahr 2020 könnte demnach auch über eine stärkere Förderung von Investitionen in neue Heiztechnik vorankommen - anstelle einer teuren Zusatzbelastung von Altkraftwerken, die die IG BCE scharf kritisiert.

Stilllegung von Braunkohle-Kraftwerken droht

Das Konzept, über das am Freitag auch andere Medien berichteten, soll inzwischen auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) vorliegen. "Der 'Klimabeitrag' würde zu einer massiven Stilllegung von Kraftwerkskapazitäten in der Braunkohle führen", heißt es in dem Papier. Neben verringerten Investitionen der Stromerzeuger, die schon mit der Ertragsschwäche vieler Anlagen infolge des Ökostrom-Booms zu kämpfen haben, drohten dann auch Jobverluste. Mit einer Abwrackprämie hatte die Politik etwa nach der Wirtschaftskrise 2008/09 die Anschaffung neuer Autos subventioniert.

Kraft-Wärme-Kopplung ausbauen

Die Gewerkschaft koppelt ihren Vorschlag mit der Forderung nach einem Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung, bei der die gleichzeitige Produktion von Strom und Wärme die Energieeffizienz erhöht. Zudem zielt sie auf einen neuen Ansatz bei Reservekapazitäten, die Kraftwerksbetreiber für Zeiten geringerer Versorgung durch schwankenden Ökostrom im Netz bereitstellen müssen. Hier soll ein Ausschreibungsmodell greifen - Gabriel hatte pauschale Vergütungen für die Versorger abgelehnt.

Gabriel bekommt Gegenwind bei Kohle-Plänen

Nach Protesten aus der großen Koalition, den Ländern sowie Gewerkschaften ist Gabriel bereit, nach Alternativen zur bisher geplanten Klimaabgabe zu suchen. Der Vize-Kanzler stehe zu dem Vorschlag aus seinem Ministerium für eine Klimaabgabe älterer Kohlekraftwerke, befinde sich aber weiter in intensiven Gesprächen, sagte sein Sprecher am Freitag. "Wir sind gern bereit, Modifikationen an diesem Vorschlag vorzunehmen oder andere Vorschläge zu prüfen."

Quelle: DPA