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Aktenfunde

Greenpeace: Brennbare Gase im Salzstock Gorleben

Schon 1982 sind offenbar bei Bohrungen im geplanten Atommüll-Endlager Gorleben brennbare Gase gefunden worden. Die Kohlenwasserstoffgase könnten laut laut Greenpeace bei Wärmeeinwirkung zu Rissen im Gestein und zu Explosionen führen. Die Bohrung wurde damals aufgrund der Gasfunde frühzeitig gestoppt.

Gaskosten© Jaap2 / iStockphoto.com

Berlin (red) - Die Bohrmannschaft bekam das Gasleck nur schwer in den Griff. Auch in der zweiten Schachtvorbohrung und einer weiteren Tiefbohrung wurde mehrfach Gas angetroffen. Wegen der plötzlichen Gasfunde in 870 und 940 Metern Tiefe wurden die Schachtvorbohrungen frühzeitig gestoppt. Entsprechende Bohrberichte hat Greenpeace laut einer Pressemeldung in Akten der "Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe" (BGR) gefunden.

Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) empfahl in ihrem damaligen Zwischenbericht an die Bundesregierung, die untertägige Erkundung des Salzstocks trotzdem fortzusetzen. Greenpeace fordert nun, die Regierung solle alle bisher unveröffentlichten Akten auf den Tisch legen.

Die Betreiberfirma "Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern" (DBE) gibt den Flamm- und Brennpunkt des Gases mit 20 Grad Celsius an. Die Einlagerungsbehälter für den Atommüll entwickeln jedoch laut Greenpeace Temperaturen von bis zu 200 Grad. Das Gas werde durch die Wärmestrahlung ausgedehnt und verursache einen Druckanstieg im Salzstock, der zu Rissen im Gestein führen könne. Zudem könne eine Gefahr durch Explosionen nicht ausgeschlossen werden. Der Salzstock würde zu einer tickenden Zeitbombe, warnt Greenpeace-Atomexperte Mathias Edler.

Als Entstehungsort gibt die DBE geologische Schichten an der Salzstockbasis auf 2000 bis 3000 Metern Tiefe an. Dazu der Geologe Ulrich Schneider: "Wenn das Gas aber aus fast 3000 Metern Tiefe durch geologische Störungen oder den Salzaufstieg bis in die Schächte und Strecken des Bergwerks gelangen kann, dann kommt es auch bis zu den Atommüllbehältern. Diese sollen schließlich bis zu 300 Meter unter der 840 Meter-Sohle in Bohrungen versenkt werden."