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Havarierte Bohrinsel

Greenpeace fordert von Total mehr Transparenz

Die Umweltorganisation Greenpeace verlangt vom französischen Energiekonzern Total mehr Transparenz und fordert, dass der Betreiber der havarierten Bohrinsel einen Notfallplan veröffentliche. Das Gasleck an der rund 250 Kilometer vor der Ostküste Schottlands gelegenen Bohrplattform Elgin PUQ war am Sonntag entdeckt worden.

Gasflamme© ArtmannWitte / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Die Umweltorganisation Greenpeace hat den Betreiber der havarierten Bohrinsel in der Nordsee zu mehr Transparenz aufgefordert. Der Energiekonzern Total müsse erklären, wie viel Gas sich noch in dem Reservoir unter der Plattform befinde und was damit geschehen solle, sagte der Greenpeace-Experte und Meeresbiologe Jörg Feddern am Donnerstag im Deutschlandradio Kultur. Es sei nicht akzeptabel, das Gas wie derzeit erwogen einfach weiter ausströmen zu lassen, da dies Umwelt und Klima belaste.

Notfallpläne sollen offengelegt werden

Feddern forderte, die Notfallpläne von Bohrinseln grundsätzlich offenzulegen. Dies würde erlauben, dass unabhängige Experten sie bewerten und eventuell nachbessern könnten, sagte der Meeresbiologe. Das betroffene Erdölfeld sei ein "schwieriges Ölfeld" mit "extrem hohen Drücken, extrem hohe Temperaturen". Die Notfallpläne müssten entsprechen ausgerichtet sein. Feddern nannte es "verwunderlich", dass an der Abfackelungsanlage der Plattform noch immer eine Flamme brenne. Damit bestehe weiterhin ein Explosionsrisiko.

Das Gasleck an der rund 250 Kilometer vor der Ostküste Schottlands gelegenen Bohrplattform Elgin PUQ war am Sonntag entdeckt worden. Mehr als 300 Arbeiter mussten deshalb in Sicherheit gebracht werden. Experten warnen vor einer drohenden Explosion, wenn das durch das Leck austretende Gas mit der Fackel an der Spitze der Förderplattform in Kontakt kommt. Mit der Fackel wird normalerweise überschüssiges Gas über der Plattform verbrannt.