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Pro Gas, contra Kohle

Grün-Rot und Rot-Grün gehen den Gas-Weg

Sowohl die Landesregierung in Stuttgart als auch die in Düsseldorf setzen bei der Energieversorgung mehr als bisher auf Gas, etwa durch Kraft-Wärme-Kopplung. Der baden-württembergische Ministerpräsident Kretschmann sieht die Richtungsentscheidung zwischen Gas und Kohle als den eigentlichen Konflikt in der Energiepolitik.

Gaskosten© Jaap2 / iStockphoto.com

Stuttgart/Düsseldorf (dapd/red) - Die grün-rote Landesregierung in Stuttgart will bei der Stromerzeugung künftig weitgehend auf Kohlekraft verzichten. Seine Regierung wolle nicht, dass neue Kohlekraftwerke gebaut werden, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag in Stuttgart. Im Koalitionsvertrag zwischen SPD und Grünen sei dies so festgelegt. Die Anlagen, die bereits im Bau seien, würden jedoch gebaut.

Gaskraftwerke sind im Vergleich kostspielig

Kretschmann sagte, dass man in den Verhandlungen mit der Bundesregierung über den Atomausstieg darauf gedrungen habe, für den Übergang auf Gaskraftwerke statt auf Steinkohleanlagen zu setzen und dafür sogenannte Kapazitätsmärkte zu schaffen. Dabei sollen die Energieunternehmen als Ausgleich für den Bau und die Vorhaltung der kostspieligen Gaskraftwerke eine Bereitstellungsvergütung erhalten.

Kretschmann prognostizierte, dass die Richtungsentscheidung zwischen Gas und Kohle in Zukunft der "eigentliche Konflikt" in der Energiepolitik sei. "Wir gehen mit Bayern den Weg zu den Kapazitätsmärkten." Auch für den Energiekonzern EnBW, an dem das Land Anteile hält, sei es "sicher eine Option", ein Gaskraftwerk zu bauen.

Auch die rot-grüne Landesregierung in Düsseldorf setzt auf den Faktor Gas und will die Energieerzeugung durch Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) in Nordrhein-Westfalen spürbar ausbauen. Bis zum Jahr 2015 sollen gemeinsam mit der Europäischen Union 250 Millionen Euro in die Technologie investiert werden, sagte Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) am Dienstag in Düsseldorf. Der KWK-Anteil an der Stromerzeugung solle bis 2020 landesweit von bislang 10 auf 25 Prozent erhöht werden.

Mehr Energieeffizienz mit KWK

Bei der Kraft-Wärme-Kopplung werden Strom und Wärme gleichzeitig produziert. Dabei wird ein Teil der Energie in Strom umgewandelt und ins Netz eingespeist. Zugleich wird Wärme für die Heizung erzeugt und über Nah- oder Fernwärmeleitungen transportiert. Remmel verspricht sich dadurch im Vergleich zu reinen stromerzeugenden Kraftwerken eine höhere Ausnutzung der Brennstoffe.

Mit der Technologie könnten landesweit 35 Prozent der CO2-Emissionen und Rohstoffe eingespart werden, sagte Remmel und verwies auf eine aktuelle Studie, die vom Umweltministerium und der Energie.Agentur.NRW in Auftrag gegeben worden war.