Startseite
Tierschutz

Hendricks: Niederlande sollen Erdgassuche unterbrechen

Bei der Erdgassuche im Meer kommen häufig Schallkanonen zum Einsatz, so auch in der Nähe eines Schutzgebietes in der Nordsee, in dem Schweinswale und Kegelrobben leben. Die Tiere sind laut BUND aufgrund des Unterwasserlärms nicht mehr in der Lage miteinander zu kommunizieren. Barbara Hendricks bat die niederländische Regierung ihre dortigen Untersuchungen zu unterbrechen.

Erdgastransport© Carabay / Fotolia.com

Borkum/Berlin (dpa/red) - Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat die Niederlande gebeten, aus Rücksicht auf empfindliche Schweinswale in der Nordsee die Erdgassuche in der Nähe eines Schutzgebietes zu unterbrechen. Ein entsprechendes Schreiben hat sie der niederländischen Regierung geschickt. Anlass der Bitte seien laufende seismische Untersuchungen mit Schallkanonen in der Nähe zum deutschen Natura-2000-Schutzgebiet Borkum-Riffgrund, sagte ein Ministeriumssprecher. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) hatte Hendricks' Eingreifen gefordert und einen Appell zum Verbot von Schallkanonen in sensiblen Meeren gestartet.

Tiere können nicht mehr kommunizieren

Schallkanonen stoßen für Untersuchungen der tiefen geologischen Schichten im Meeresboden explosionsartige Geräusche aus. Die 6.000 Meter langen Schläuche der Knallapparate werden in einer Breite von 700 Metern hinter dem Spezialschiff hergezogen. Der vom Nordseegrund reflektierte Schall soll Hinweise auf Öl- und Gasvorräte geben.

Der BUND fürchtet um die Schweinswale und Kegelrobben in dem Gebiet. Die Wale hätten gerade Junge bekommen und stünden kurz vor der nächsten Paarungszeit. Bei ohrenbetäubendem Unterwasserlärm könnten die Tiere nicht mehr miteinander kommunizieren, die Kälber fänden ihre Mütter nicht mehr. Auch Jagd und Orientierung seien unmöglich.

Quelle: DPA