Eventuelle Lieferengpässe durch den Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine könnten auch große Auswirkungen für die hessische Bevölkerung haben. Etwa jede zweite Wohnung in Hessen werde mit Gas geheizt, teilte das Statistische Landesamt am Montag in Wiesbaden mit.
Wiesbaden (ddp-hes/sm) - Nach einer Erhebung wurden 2006 demnach 1,38 Millionen der rund 2,64 Millionen Wohneinheiten in Hessen mit Gas geheizt.
37 Prozent der hessischen Wohnungen werden demnach mit Heizöl beheizt. Fernwärme und fossile Brennstoffe wie Braun- und Steinkohle, Holz oder sonstige erneuerbare Energien werden nur in jeder zehnten Wohnung in Hessen genutzt.
Gegenüber der vorherigen Erhebung 1998 gewann Gas als Energieart zusätzlich an Bedeutung. Damals waren nur 47 Prozent der Wohnung mit Gas beheizt worden. Im gleichen Zeitraum fiel der Anteil des Energieträgers Heizöl von 41 Prozent um vier Prozentpunkte.
Kunden von E.ON Hanse, die die Rechtmäßigkeit vergangener Gaspreiserhöhungen bezweifeln und einen Teil der Rechnungsbeträge zurückhalten, haben kurz vor Jahresende einen Mahnbescheid ihres Versorgers erhalten. Die Neue Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern rät betroffenen Gaskunden, Widerspruch einzulegen.
Bundeswirtschaftsminister Glos (CSU) hat angesichts des russischen Gaslieferstopps erneut die deutschen Verbraucher beruhigt. Die Versorgung sei für lange Zeit gesichert, sagte Glos am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". Aus Russland beziehe Deutschland nur rund ein Drittel seines Gasbedarfs.
Der Bundesgerichtshof hat eine von zahlreichen Gasversorgern genutzte Preisanpassungsklausel wegen Benachteiligung der Verbraucher für unwirksam erklärt. Der Passus sei unverständlich, weil er nicht verdeutliche, wie sich Gaspreise ändern, entschied das Gericht. Verbraucher können nun mit einer eigenen Klage womöglich Geld von ihrem Gasanbieter zurückerhalten.
Der Bundesgerichtshof hat die Position von Kunden von Gasversorgern gestärkt. Der Kartellsenat des BGH entschied gestern, dass ein örtlicher Gasversorger in seinem angestammten Versorgungsgebiet eine marktbeherrschende Stellung hat und daher bei der Gestaltung seiner Endverbraucherpreise der Missbrauchsaufsicht der Kartellbehörden unterliegt.
Mit einer landesweiten Abfrage überprüft die Landeskartellbehörde derzeit die Gaspreise der 140 Versorger in Nordrhein Westfalen. Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) forderte die Verbraucher auf, sich "so preiskritisch wie möglich" zu verhalten.