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Eigene Energiequelle

Hoffnung auf Gasvorräte im Gazastreifen

Hinweise für Gasvorkommen im Gazastreifen wurden kürzlich von Fischern entdeckt. Das schürt Hoffnungen für eine abgeschottete Region, deren Elektrizitäts- und Gasversorgung hauptsächlich durch Importe hergestellt wird. Regelmäßig kommt es zu Stromausfällen und Versorgungsengpässen.

Pipeline© James / Fotolia.com

Gaza (AFP/red) - Vor der Küste des Gazastreifens sind womöglich Gasvorkommen entdeckt worden. "Voruntersuchungen durch Experten der islamischen Universität in Gaza deuten darauf hin, dass sich nahe der Küste ein Erdgasfeld befindet", sagte der Hamas-Abgeordnete Salem Salama am Dienstag. Die Untersuchungen seien in den vergangenen Wochen eingeleitet worden, nachdem Fischer rund 300 Meter vor der Küste große Luftblasen im Wasser entdeckt hätten. Die Meldung weckt Hoffnungen auf eine eigene Energiequelle in dem abgeschotteten Küstenstreifen.

Weitere Untersuchungen erschwert

Der Vize-Regierungschef der radikalislamischen Hamas, Siad al-Sasa, betonte jedoch, es seien noch weitere Untersuchungen nötig, um mögliche Gasvorkommen zu bestätigen. Mit den Arbeiten müsse eine Spezialfirma beauftragt werden. Aufgrund der israelischen Blockade könne sich dies aber schwierig gestalten.

Treibstoff hauptsächlich importiert

Der Gazastreifen muss seinen gesamten Treibstoffbedarf durch Importe abdecken. Das einzige Elektrizitätswerk muss wegen Engpässen bei der Versorgung mit Brennstoff immer wieder heruntergefahren werden. Die Folge sind Stromausfälle, die bis zu zwölf Stunden dauern können.

Versorgungswege zerstört

Israel hatte die Grenzen zum Gazastreifen nach der Entführung eines israelischen Soldaten im Jahr 2006 weitgehend abgeriegelt und die Blockade nach dem Wahlsieg der Hamas ein Jahr später noch verschärft. Treibstoff und Baumaterialien wurden lange Zeit von Ägypten aus durch ein weitverzweigtes Tunnelsystem unter der Grenzstadt Rafah in den Gazastreifen geschmuggelt. Viele dieser Versorgungswege wurden jedoch von der ägyptischen Armee nach dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im vergangenen Sommer zerstört.

Quelle: AFP