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Erkundung

In Nordthüringen startet Projekt zur Erdgassuche (Upd.)

In der nördlichen Landeshälfte Thüringens wird der Energiekonzern BNK Petroleum in den kommenden Monaten nach Erdgas suchen. Die drei Felder, für die Suchanträge gestellt wurden, heißen "Steinadler" im Osten, "Seeadler" um Sömmerda, Weimar und Apolda sowie "Weinbergen" um Gotha, Mühlhausen und Sonderhausen. Ob sich dort tatsächlich Erdgas befindet, ist unklar.

Gaspreise© photoGrapHie / Fotolia.com

Erfurt (dapd/red) - Das Unternehmen hat sich drei großflächige Areale oberhalb der Autobahn 4 bis etwa Apolda zur Erkundung gesichert, wie Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU) am Donnerstagabend mitteilte. Die zuständigen Behörden seien "konservativ optimistisch". Zugleich dämpfte Reinholz Erwartungen an umfangreiche Funde.

In den kommenden Monaten sollen erste seismographische Untersuchungen beginnen. Das Erdgas wird 1.000 Meter unterhalb der Erdoberfläche im Staßfurt Karbonat vermutet. Alle weiteren Schritte müssten dann einzeln beantragt werden. Dazu müsse das Unternehmen auch nachweisen, technisch und finanziell in der Lage zu sein, die Arbeiten durchzuführen.

Förderung könnte schon nächstes Jahr starten

Im Idealfall könnte bereits im kommenden Jahr Erdgas im Freistaat gefördert werden. Das Land würde unter anderem etwa zehn Prozent des am Weltmarkt erzielten Erlöses als Abgabe erhalten. Zudem sei wünschenswert, dass das Unternehmen einen Firmensitz in Thüringen einrichte. Derzeit ist das Unternehmen auch in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen aktiv.

Für eine mögliche Förderung würde das Unternehmen durch die in rund 200 bis 300 Meter Tiefe gelegene Grundwasserschicht bohren, sagte Reinholz. Dabei werde das Bohrloch letztlich bis zur Fundstelle verrohrt - dadurch sei das Verfahren sicherer als in den USA und Kanada. Mithilfe der sogenannten Fracking-Methode, bei der in etwa 1.000 Metern Tiefe Spalten ins Gestein gesprengt werden, wird das Gas dann gefördert. Die Spalten sollen dann mit Quarzsand verfüllt werden.

Grüne warnen vor Umweltschäden

Die Grünen im Landtag warnen vor Umweltschäden infolge der geplanten Suche und Förderung von Erdgas in Thüringen. Sowohl die geplanten Bohrungen als auch die dabei zum Einsatz kommenden giftigen Chemikalien bergen Risiken für Umwelt und Gesundheit, wie der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Frank Augsten, am Sonntag in Erfurt sagte. Bevor es weitere Genehmigungen für Erkundungen gebe, müsse das Bundesberggesetz reformiert und in das Umwelt- und Wasserrecht integriert werden. Zudem müsse eine Umweltverträglichkeitsprüfung endlich Pflicht werden.

Upd.: Förderung frühestens ab 2016

Der kanadische Energiekonzern BNK hat seine Pläne für die Erdgassuche in Thüringen präzisiert. Demnach werde im günstigsten Fall ab Ende 2016 Erdgas gefördert, sagte der General Manager von BNK Deutschland, Klaus Angerer, am Montag in Erfurt. Nach etwa drei bis vier Jahren Förderung verdiene das Unternehmen dann Geld. Eine Förderstelle könne dann etwa 25 Jahre genutzt werden.

Noch in diesem Jahr sollen die geologischen Vorarbeiten beginnen. Erste Erkundungsbohrungen seien für 2014 geplant.