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Aus Sicherheitsgründen

Israel stoppt nach Anschlag Erdgasimporte aus Ägypten

Die israelische Regierung hat einen Stopp aller Erdgasimporte aus Ägypten beschlossen. Am Samstag hatte es einen mutmaßlichen Anschlag auf eine Gasleitung, die Israel und Jordanien mit ägyptischen Erdgas versorgt, gegeben. Der Import soll aus Sicherheitsgründen eingestellt werden.

Gas-Preisvergleich© by-studio / Fotolia.com

Kairo (afp/red) - Über die Entscheidung informierte das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am Samstag kurz nach dem Angriff. Nach Regierungsangaben vom Sonntag will das Land die Gasversorgung diversifizieren.

Der israelische Rundfunk berichtete unter Berufung auf den Gouverneur von El Arisch, der Angriff sei im Morgengrauen mit einem kleinen Sprengsatz verübt worden. Er habe keine Schäden an der etwa 100 Kilometer langen Leitung vom ägyptischen El Arisch in den israelischen Hafen Aschkelon im Süden von Tel Aviv angerichtet. Die ägyptischen Gaslieferungen an Israel und Jordanien seien direkt nach dem Vorfall vorübergehend ausgesetzt worden, berichtete der Sender.

Netanjahu erwartet keine Versorgungsprobleme

Unbekannte hätten die Gasleitung am Samstag in der Ortschaft Lehfen in der Region Scheich Suwajed auf der Sinai-Halbinsel im Nordosten Ägyptens mit Sprengstoff angegriffen, sagte ein ägyptischer Verantwortlicher der Nachrichtenagentur AFP. Zu den Urhebern der Explosion lagen zunächst keine Erkenntnisse vor.

Obwohl Israel rund 40 Prozent seiner Gaslieferungen aus Ägypten bezieht und damit etwa 15 Prozent des Energiebedarfs gedeckt werden, werde es "keine Probleme mit der Versorgung geben", erklärte Netanjahus Büro. Es gebe "genügend alternative Energievorräte". Nach Gesprächen des Regierungschefs mit Infrastrukturminister Usi Landau und Sicherheitsverantwortlichen seien die "Schutzmaßnahmen für Einrichtungen der Gasversorgung" erhöht worden, hieß es.

Schwimmender Gasspeicher geplant

Die israelische Regierung kündigte an, umgehend Angebote für den Bau eines schwimmenden Gasspeichers im Meer vor Hadera im Norden Israels einzuholen. Die etwa 300 Millionen Dollar (gut 220 Millionen Euro) teure künstliche Insel solle bis zum Ende des kommenden Jahres einsatzbereit sein, sagte Landau. Sie solle Flüssiggas aufnehmen und in das israelische Leitungsnetz einspeisen können.