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Pipeline-Projekt

Janukowitsch kritisiert Moskau wegen South Stream

In einem ungewohnten Schritt hat der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch Kritik an Russland wegen der geplanten Pipeline South Stream geübt. "Damit wurde uns gezeigt, dass unsere Partner ohne die Ukraine zurechtkommen", sagte Janukowitsch am Freitag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP.

Gaskosten© Jaap2 / iStockphoto.com

Kiew (afp/red) - "Das ist nicht partnerschaftlich, und ich habe das gegenüber unseren Partnern in Russland und in der EU auch bereits zum Ausdruck gebracht." Die Pipeline soll Erdgas von Russland über das Schwarze Meer nach Bulgarien und von dort in zwei Leitungen bis nach Österreich und Italien bringen. Indem die Leitung rund 900 Kilometer durch das Schwarze Meer führt, wird die Ukraine umgangen.

"Es hätte vielleicht einen Grund gegeben, sich so zu verhalten, als die Ukraine Europa und Russland eingeschüchtert hat", sagte der eigentlich pro-russische Janukowitsch in Anspielung auf die Vorgängerregierung unter Präsident Viktor Juschtschenko. "Doch diese Zeiten sind vorbei." Die Ukraine könne als Partner nicht ausgeschlossen werden. Janukowitsch war als Sieger aus den Präsidentschaftswahlen Anfang dieses Jahres hervorgegangen. Unter dem pro-westlichen Juschtschenko waren die Beziehungen Kiews zu Moskau deutlich angespannt.

Janukowitsch sagte AFP, statt des umfangreichen Projektes South Stream sollten sich Russland und die EU lieber um den Ausbau der in der Ukraine bereits existierenden Pipeline-Infrastruktur kümmern. "Lasst uns zusammenarbeiten", sagte er. "Das wäre so viel billiger und ginge schneller." Die Ukraine befindet sich mit Russland in einem Dauerstreit um den Gastransit, der schon mehrfach zur Unterbrechung der Lieferungen nach Westeuropa führte.