Startseite
Gefahr der Abschottung

Kartellamt: Neue Gasanbieter haben es schwer auf dem Gasmarkt

Das Bundeskartellamt moniert Gefahr der Abschottung auf dem Gasmarkt. Durch die hohe Auslastung der Gasfernleitungen durch Großlieferanten hätten neue Gasanbieter Schwierigkeiten bei Leitungsbuchung. Dies behindere den Wettbewerb auf dem Gasmarkt.

Gas-Preisvergleich© by-studio / Fotolia.com

Bonn (afp/red) - Weil Gastransportrouten und Knotenpunkte oft langfristig durch konzernverbundene Vertriebsunternehmen ausgebucht seien, bestehe die Gefahr einer Marktabschottung auf den nachgelagerten Gasliefermärkten, erklärte die Behörde am Donnerstag in Bonn bei Vorlage ihres Abschlussberichts über die Lage in den Gasfernleitungsnetzen. Kapazitätsanfragen insbesondere neuer Anbieter könnten regelmäßig nicht bedient werden, monierte das Kartellamt.

Wettbewerb zwischen den Gasanbietern eingeschränkt

Im Rahmen der im Februar 2009 begonnenen Untersuchung befragte das Kartellamt mehr als 50 Unternehmen und analysierte tausende Kapazitäts- und Lieferverträge. Anlass der Untersuchung waren Hinweise, dass die Auslastung der Netze durch die etablierten Konzerne den Wettbewerb auf den Märkten für den Transport und Vertrieb von Erdgas beschränkt. Gasfernleitungsnetze dienen dem Erdgastransport über weite Strecken und sind deshalb wichtig für den Gas-Import und die Weiterverteilung innerhalb Deutschlands.

Bundesregierung plant neues Gesetz zum Gasmarkt

Das Kartellamt erklärte, für langfristige Buchungen der Fernleitungsnetze gebe es keine "sachliche Rechtfertigung" - allenfalls dann, wenn die Langfristbuchung nicht über die Mindestabnahmemenge hinausgehe, die ein Unternehmen kaufen muss, um überhaupt beliefert zu werden. Vor der Einleitung von Missbrauchsverfahren will die Behörde jedoch die gesetzliche Entwicklung abwarten. Die Bundesregierung plant nach einem Eckpunktepapier, die Laufzeiten der Buchungen von Gasnetz-Kapazitäten gesetzlich zu begrenzen.