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Abgewendet

Keine Ölförderung in afrikanischem Welterbe-Gebiet

Die Pläne zur Ölförderung im Nationalpark Virunga im Kongo hat das Ölunternehmen Soco vorerst auf Eis gelegt. Der WWF hatte nach eigenen Angabe im vergangenen Jahr Beschwerde gegen das Vorhaben eingelegt. Der Park gehört zu den von der Unesco ernannten Welterbestätten.

Afrika© Wikimedia Commons

London/Goma (dpa/red) - Die britische Öl- und Gasfirma Soco beugt sich Protesten von Naturschützern und legt die Pläne zur Ölförderung im Nationalpark Virunga im Kongo zurück. Man habe sich mit dem WWF darauf geeinigt, auf Untersuchungen und Bohrungen zu verzichten, solange die Unesco und die kongolesische Regierung dies als unvereinbar mit dem Status des Parks als Welterbe ansähen, teilte Soco am Mittwoch mit. Bereits begonnene Untersuchungen würden noch beendet. Der Nationalpark ist vor allem für seine Berggorillas bekannt, die massiv bedroht sind.

Größte Bedrohung abgewendet

"Damit ist die derzeit größte Bedrohung für den Park zumindest vorerst abgewendet", sagte WWF-Generaldirektor Marco Lambertini laut Mitteilung. Die Naturschutzorganisation hatte nach eigenen Angaben im vergangenen Herbst Beschwerde gegen Soco bei der Kontaktstelle der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Großbritannien eingereicht.

Claudia Roth begrüßt Entscheidung

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth, die die betroffene Region derzeit bereist, sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Die Nachricht hat hier wie eine Bombe eingeschlagen, denn die Bevölkerung wollte die Bohrungen nicht." Der Reichtum und die Schönheit des Weltnaturerbes sowie die Lebensgrundlagen der örtlichen Bevölkerung wären dadurch akut bedroht gewesen, so die Grünen-Politikerin. Der Soco-Vorsitzende Rui de Sousa forderte hingegen: "Unsere Vereinbarung mit dem WWF zeigt, dass die kongolesische Regierung und die Unesco sich ebenfalls einigen müssen, wie Entwicklung und Umwelt am besten zusammengebracht werden."

Quelle: DPA