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Dimensionen

Keller-Kraftwerke: Förderung lohnt nicht immer

Die kleinen Kraftprotze für den Keller können erstaunlich effektiv sein, sie lohnen sich aber nicht immer. Wer mit dem Gedanken spielt, ein Mini-Blockheizkraftwerk anzuschaffen, sollte seinen Bedarf vorher genau durchrechnen lassen. Gerade bei kleinen Häusern können die Keller-Kraftwerke schnell überdimensioniert sein.

BlockheizkraftwerkSolche Blockheizkraftwerke gibt es in einer kleinen Version auch für den Keller.© Tom Hanisch / Fotolia.com

Halle/Saale (red) - Im Juni hatte der Bundesrat einer Änderung des Gesetzes zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung, kurz KWK-Gesetz, zugestimmt. Ziel ist es, den KWK-Anteil an der Stromproduktion auf 25 Prozent bis 2020 zu erhöhen. Um dies den Bürgern und Unternehmen schmackhaft zu machen, soll beispielsweise die Vergütung für KWK-Strom um 0,3 Cent je Kilowattstunde (kWh) auf 5,41 Cent pro kWh angehoben oder auch die Förderung von Modernisierungsmaßnahmen erleichtert werden. Zudem wird der Verwaltungsaufwand, um Fördermaßnahmen für Blockheizkraftwerke (BHKW) mit weniger als zwei Kilowatt Stromleistung zu erlangen, reduziert.

BHKW-Anlagen sind nicht immer ausgelastet

Dass das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die Anschaffung eines kleinen BHKW für Eigenheime und kleine Mehrfamilienhäuser seit April 2012 wieder finanziell fördert, sieht Undine Wollstein, Energieexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt, als Erfolg. "Verbraucher sollten sich vorab jedoch genau informieren, ob eine BHKW-Anlage für ihre Bedürfnisse auch wirtschaftlich ist", warnt Wollstein. Denn gerade in Einfamilienhäusern würden oftmals nicht genug Betriebsstunden erreicht, um die Anlage auszulasten. Außerdem werde die produzierte Wärme nur während der Heizperiode richtig genutzt – im Sommer dagegen sei der Bedarf viel geringer. Auch das senke die Effizienz der Anlage.

Unabhängige Beratung in Anspruch nehmen

Fragen von Verbrauchern zu diesem Thema zeigten, dass BHKW-Anlagen von Anbietern oftmals überdimensioniert und nicht bedarfsorientiert angeboten würden. "Wer unsicher ist, ob ein kleines BHKW für das eigene Zuhause infrage kommt, sollte daher unbedingt vorher eine unabhängige Beratung in Anspruch nehmen", rät Wollstein. Ökologische wie wirtschaftliche Aspekte sollten für den konkreten Einzelfall beurteilt werden, um eine eventuelle teure Fehlinvestition zu vermeiden.