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Gasstreit

Kiew fordert Milliarden von Gazprom

Der seit Monaten andauernde Gasstreit zwischen der Ukraine und Russland ist wieder neu entflammt. Das Kartellamt in Kiew fordert nun noch einmal Milliarden von dem russischen Konzern Gazprom. Der Energieriese soll seine Monopolstellung missbraucht haben.

Erdgas Himmel Gas© Paul Fleet / Fotolia.com

Kiew/Moskau (dpa/red) - Die Ukraine hat im Gasstreit mit Russland nachgelegt und gegen den Staatskonzern Gazprom eine Kartellstrafe von umgerechnet 3,1 Milliarden Euro verhängt. Gazprom habe seine Monopolstellung beim Erdgastransit durch die Ukraine missbraucht, teilte das Kartellamt in Kiew am Freitag mit. Die Ukraine ist das wichtigste Transitland für russisches Gas auf dem Weg nach Westeuropa. 2015 strömten mehr als zwei Fünftel des in die EU gelieferten russischen Gases durch die frühere Sowjetrepublik.

Gazprom weißt Vorwürfe zurück

Gazprom wies die Vorwürfe als haltlos zurück. Der Konzern übe "keine unternehmerische Tätigkeit auf dem Gebiet der Ukraine aus", hieß es in einer Mitteilung aus Moskau. Gazprom übergebe das Gas an der russischen Westgrenze dem ukrainischen Naftogaz-Konzern und erhalte es gemäß geltenden Verträgen an der Westgrenze der Ukraine zurück.

Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine

Russland und die Ukraine überziehen sich seit Monaten gegenseitig mit Milliardenforderungen. So verlangt Gazprom von Naftogas Kompensationen für nicht abgenommenes sowie nicht bezahltes Erdgas in Höhe von insgesamt fast 27 Milliarden Euro. Das ukrainische Unternehmen wiederum will aus den 2009 geschlossenen Verträgen aussteigen und fordert Schadensersatz in ähnlicher Höhe. Die Konzerne haben sich vor einem Schiedsgericht in Stockholm deswegen verklagt.

Erst Anfang des Jahres hatte Naftogaz die Transitgebühren einseitig um mehr als 50 Prozent erhöht. Im Gegenzug stellte Gazprom eine neue Rechnung für nicht abgenommenen Brennstoff im dritten Quartal 2015.

Quelle: DPA