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Nach Protesten

Kompromiss: Gas in Chile wird nur drei Prozent teurer

Die Proteste gegen eine Erhöhung der Gaspreise im Süden Chiles sind mit einer Kompromisslösung beendet worden. Statt wie vorgesehen um 17 Prozent werden die Gaspreise jetzt nur um drei Prozent erhöht, wie der chilenische Energieminister Laurence Golborne in Punta Arenas mitteilte.

Gaspreise© photoGrapHie / Fotolia.com

Santiago de Chile (afp/red) - Es sei eine "umfassende Einigung" erzielt worden, um den Stillstand in der Region zu beenden. Chiles Staatschef Sebastián Piñera beglückwünschte die Konfliktparteien zu dem Verhandlungserfolg. Innenminister Rodrigo Hinzpeter sprach von einer schnellen Dialoglösung.

Gaspreise sollten um 17 Prozent steigen

In Magallanes, der südlichsten und kältesten Region Chiles, wurden die Erdgaspreise bislang stark subventioniert. Die Ankündigung einer 17-prozentigen Preiserhöhung hatte tagelange Proteste ausgelöst, nach Angaben aus Polizeikreisen wurden etwa 200 Demonstranten festgenommen. Zwei Frauen wurden getötet und ein Mädchen schwer verletzt, als ein Kleinlaster in eine Barrikade von Demonstranten raste. Wegen der Proteste trat für die Region am Sonntag das Gesetz zur inneren Sicherheit des Staates in Kraft, das noch aus der Diktatur unter Augusto Pinochet stammt.

Die Proteste wirkten sich auch auf den für die Region wichtigen Tourismus aus. Hunderte Argentinier konnten wegen einer nahe der Grenze zu Chile errichteten Straßensperre weder in ihre Heimat zurückreisen, noch nach Chile einreisen. Die Blockade des Flughafens der 140.000-Einwohner-Stadt Punta Arenas durch Demonstranten führte zu Einschränkungen im Luftverkehr, auch Touristenschiffe in Richtung Antarktis konnten nicht im Hafen anlegen.