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Türkei und Zypern

Konflikt verschärft sich wegen geplanter Gasbohrungen

Als Reaktion auf die Ankündigung Zyperns, vor seiner Küste nach Öl und Gas forschen zu wollen, hat die Türkei offenbar mit dem türkischen Norden der Insel ein Abkommen über eigene Erkundungsarbeiten geschlossen. Zypern hatte nach Behördenangaben am Sonntag mit Arbeiten vor der Küste begonnen und damit zornige Reaktionen der Türkei ausgelöst.

Gasflamme© ArtmannWitte / Fotolia.com

Istanbul (afp/red) - Wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch berichtete, unterzeichneten beide Seiten den Vertrag am Rande der UN-Vollversammlung in New York. Der Fernsehsender NTV berichtete, in dem Abkommen sei ausdrücklich festgehalten, dass die Bohrungen vor allen Küsten der Insel stattfinden könnten, also auch vor ihrem südlichen Teil.

Zypern hat im vergangenen Dezember mit Israel ein Abkommen geschlossen, das die Aufteilung des Gebiets zwischen den beiden Ländern regelt. In dem Gebiet werden große Gasvorkommen vermutet. Die zyprische Regierung betont, die Gasförderung werde auch den Bürgern Nordzyperns zugute kommen.

Türkei: Kein Bohrrecht für Zypern

Nach Ansicht der Türkei hat Zypern kein Recht zu Bohrungen vor der Küste, solange die Insel in einen griechischen und einen türkischen Teil gespalten ist. Die Republik Zypern umfasst völkerrechtlich gesehen die gesamte Insel und ist Mitglied der EU, faktisch befindet sich der Nordteil seit dem Jahr 1974 unter türkischer Kontrolle. Die Türkische Republik Nordzypern wird nur von der Türkei anerkannt, die dort 35.000 Soldaten stationiert hat. Sowohl Zypern als auch Griechenland sind ihrerseits empört über das Vorgehen der Türkei.