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Biokraftstoffe

Kraftstoff aus Abfall noch nicht wirtschaftlich

Die Entwicklung von Bioethanol und weiteren Biokraftstoffen der zweiten Generation ist in vollem Gange. Die Produktionskosten, etwa für Kraftstoff aus Abfällen, liegen allerdings noch viel zu hoch. Unternehmer wünschen sich politische Rahmenbedingungen, die Forschung und Ausbau unterstützen.

Biosprit© ferkelraggae / Fotolia.com

Mannheim (dpa/red) - Die Südzucker-Tochter CropEnergies prüft die Herstellung von Bioethanol aus Abfällen, sieht aber noch viele Hürden. "Es ist eine zukünftige Entwicklungsmöglichkeit der Branche. Wir beobachten das, um im Fall der Fälle vorbereitet zu sein", sagte CropEnergies-Vorstand Marten Keil am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa in Mannheim. "Unter den jetzigen Rahmenbedingungen ist es aber schwer vorstellbar, so etwas in Europa zu machen." CropEnergies produziert das dem Sprit beigemischte Bioethanol. Für Biokraftstoffe der sogenannten ersten Generation wird es aus Zuckerrüben oder Getreide gewonnen.

Produktionskosten zu hoch

Unter den aktuellen Bedingungen wären die Produktionskosten für Bioethanol aus Resten vom Acker etwa doppelt so hoch und eine Herstellung damit noch nicht wirtschaftlich, sagte Keil. "Eine Anpassung oder Erweiterung der Anlagen wäre nicht von heute auf morgen möglich." Bislang spielen Biokraftstoffe der zweiten Generation kaum eine Rolle - bis zur Marktreife dürften noch einige Jahre vergehen. "Wenn man es stärker forcieren will, muss die Politik entsprechende Rahmenbedingungen schaffen", betonte Keil.

Gewinne eingebrochen

Im dritten Geschäftsquartal haben sinkende Preise für Bioethanol dem Mannheimer Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr einen herben Gewinneinbruch um mehr als 80 Prozent beschert. Unter dem Strich blieben nur noch 3,95 Millionen Euro nach 22,6 Millionen ein Jahr zuvor. Keil sprach von einem "durchschnittlichen Quartal". "Der Referenzwert im Vorjahr war wegen der günstigen Konstellation von Produkterlösen und gesicherten Rohstoffkosten unglaublich hoch." Der Umsatz legte um knapp sechs Prozent auf 201 Millionen Euro zu. Einen Rückgang beim operativen Ergebnis hatte CropEnergies schon zuvor vermeldet und seine Gewinnprognose gekappt.

Quelle: DPA