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Ehrgeiziges Projekt

LichtBlick: Keller-Kraftwerke könnten zwei AKW ersetzen

Die ZuhauseKraftwerke und das SchwarmStrom-Modell der LichtBlick AG sind am Dienstag in Berlin mit dem "Innovationspreis Klima und Umwelt" ausgezeichnet worden. Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen will das Unternehmen künftig zu einem großen Gaskraftwerk vereinen.

Gaskosten© Jaap2 / iStockphoto.com

Hamburg/Berlin (red) - Der Preis wird vom Bundesumweltministerium, dem Bundesverband der Deutschen Industrie und Fraunhofer ISI vergeben. Das im Herbst 2010 eingeführte Konzept der dezentralen Wärme- und Stromerzeugung setzte sich in der Kategorie "Produkt- und Dienstleistungsinnovation für den Klimaschutz" durch.

Energieversorgung umfassend erneuern

"Die furchtbare Natur- und Atom-Katastrophe in Japan überschattet derzeit alles. Sie zeigt eindringlich, dass wir unsere Energieversorgung umfassend erneuern müssen. Mit SchwarmStrom bieten wir eine zukunftsfähige Alternative zur Atomkraft, denn SchwarmStrom ergänzt ideal den Ausbau der erneuerbaren Energien", so Dr. Christian Friege, Vorstandsvorsitzender von LichtBlick. "Jetzt setzen wir darauf, dass die Bundesregierung intelligente und dezentrale Technologien wie die Kraft-Wärme-Kopplung künftig in den Fokus ihrer neuen Energiepolitik rückt."

Pläne: Ausbau und Vernetzung der Kraftwerke

LichtBlick betreibt die von Volkswagen gefertigten und mit Erdgas betriebenen ZuhauseKraftwerke zur Wärmeversorgung von Gebäuden - beispielsweise in Zwei- und Mehrfamilienhäusern, Kindertagesstätten oder Gewerbetrieben. Den parallel erzeugten Strom speist das Unternehmen ins öffentliche Netz ein. In Zukunft will LichtBlick 100.000 Keller-Kraftwerke zu Deutschlands größtem Gaskraftwerk vernetzen. Mit 2.000 Megawatt erreicht es nach Angaben von LichtBlick die Kapazität von zwei Atomkraftwerken. Ein ehrgeiziges Projekt, denn bisher laufen erst 50 ZuhauseKraftwerke im vernetzten SchwarmStrom-Betrieb in der Region Hamburg.

Flexibel und unabhängig Strom erzeugen

Diese Art der Stromerzeugung hat mehrere Vorteile. Die dezentrale Stromerzeugung ist flexibler als die in Großkraftwerken und zudem eine Ergänzung zu erneuerbaren Energien, da sie von Witterungsbedingungen unabhängig ist. Für den Kunden eher nachteilig sind die relativ hohen Kosten, weshalb sich das Konzept eher für größere Wohngebäude oder Betriebe eignet.