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Statement

McAllister will Biogas-Förderung an den Kragen

Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) hat sich für eine schrittweise Absenkung der Förderung für Biogasanlagen ausgesprochen. "Bei der Biogasproduktion müssen wir Schritt für Schritt die Einspeisevergütung absenken", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag auf seiner Sommerreise in Essen in Oldenburg.

Biogas© Swetlana Wall / Fotolia.com

Essen/Ortenberg-Bleichenbach (dapd/red) - Derzeit sei Biogas noch eine "wichtige Säule der Energieversorgung". "Inzwischen lassen sich aber eben auch die negativen Folgen erkennen", gab er zu. Deshalb sei es langfristig sinnvoll, dass "auch die erneuerbaren Energien marktwirtschaftlichen Regeln unterliegen", betonte McAllister.

Landwirte stöhnen über Biogas-Flächen

Zahlreiche Landwirte in Niedersachsen klagen über die zunehmende Flächenkonkurrenz durch Biogasanlagen. McAllister besuchte am Donnerstag die Firma Wernsing Feinkost, das zu den führenden Herstellern von Kartoffel- und Feinkostprodukten in Deutschland gehört. Laut Geschäftsführer Stefan Wernsing entstehen durch die höheren Ausgaben für Ackerflächen seinem Unternehmen rund fünf Millionen mehr Kosten als noch vor einigen Jahren.

Hessen fördert Anbau von Wildpflanzen für Biogasanlagen

Indes wird derzeit in Hessen der Anbau von Wildpflanzen als Energiequelle getestet. Um die inzwischen rund 170 Biogasanlagen zu betreiben, müsse man auf Dauer Alternativen zu den klassischen Energiepflanzen wie Mais finden, sagte Umweltministerin Lucia Puttrich bei der Vorstellung eines Pilotprojekts. Demnach werden derzeit rund 13 Prozent der Ackerfläche für den Anbau von Energiepflanzen genutzt, der Bundesdurchschnitt liegt bei 19 Prozent. Der Anbau von Wildpflanzen verbessere auch die Lebensräume für viele Tiere, so die Ministerin.