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Verdrängungsprozess

Mehr Mais, mehr Biogas, weniger Getreide

Wegen des zunehmenden Bedarfs an Mais für die Biogasproduktion haben die deutschen Bauern in diesem Jahr deutlich weniger Getreide angebaut. Aufgrund eines "kontinuierlich steigenden Maisbaus" verringere sich das Getreideangebot in diesem Jahr um rund vier Millionen Tonnen."

Gas-Preisvergleich© by-studio / Fotolia.com

München (AFP/dapd/red) - Das erklärte der Geschäftsführer des Deutschen Raiffeisenverbands (DRV), Henning Ehlers, am Freitag in München. Das entspräche etwa einem Zehntel einer normalen Ernte.

Mais für Biogas: Der Verknappungseffekt

Nach aktueller Schätzung erwarte der Verband eine Getreideernte in Höhe von 41,5 Millionen Tonnen. Der durchschnittliche Bedarf in Deutschland liege aber 300.000 Tonnen darüber. "Wir erleben eine politisch geförderte Verknappung des Getreideangebots", kritisierte Ehlers. Die Lücke müsse durch Importe beispielsweise von Soja kompensiert werden. Die Folge seien steigende Futterkosten und damit eine geringere Wettbewerbsfähigkeit insbesondere der Nutztierhaltung.

Steigender Maisanbau hat noch weitere Folgen

Vergangenen Sommer war berichtet worden, dass der steigende Maisanbau infolge des Biogasbooms habe in Deutschland zu einer Wildschweinplage mit hohen Schäden geführt. Wildschweine fänden in der modernen Kulturlandschaft mit großflächigen Maisschlägen und auch Rapsfeldern ideale Nahrungs- und Rückzugsbedingungen.

Quelle: AFP