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Bericht

Ministerium: Gasspeicher sind zu 80 Prozent voll

Das Bundeswirtschaftsministerium hat Sorgen über mangelnde Erdgasvorräte für den bevorstehenden Winter als unbegründet zurückgewiesen. "Die Versorgung mit Gas in Deutschland ist gesichert", sagte am Mittwoch ein Sprecher des Ministeriums in Berlin. Die Gasspeicher seien zu fast 80 Prozent voll und würden derzeit "intensiv gefüllt".

Erdgasspeicher© Turbowerner / Fotolia.com

Düsseldorf (AFP/red) - Das Ministerium reagierte auf einen Bericht der "Rheinischen Post": Der größte deutsche Betreiber von Ferngasleitungen, Open Grid Europe, hatte sich gegenüber dem Blatt besorgt wegen niedriger Füllstände der Gasspeicher gezeigt. Derzeit seien "die Füllstände deutlich niedriger als sonst zu Winterbeginn üblich", zitierte die Zeitung einen Sprecher des Essener Unternehmens.

Füllstände im Sommer waren niedriger

Die Erdgas-Speicher werden üblicherweise von März bis Oktober wieder aufgefüllt. In diesem Jahr aber waren der März und April sehr kalt, so dass viel Erdgas verbraucht wurde. Weil es aber technisch nicht möglich ist, sehr viel Gas in sehr kurzer Zeit zu speichern, waren die Füllstände im Sommer nicht so hoch wie sonst. Die OGE warnte daher bereits Ende Juli vor zu niedrigen Füllständen - und möglichen Versorgungsengpässen im kommenden Winter.

Das Unternehmen verwies dabei auf Situationen wie den sehr kalten Februar 2012, als zudem der russische Konzern Gazprom seine Lieferungen an den Westen kürzte. Damals gingen die Sicherheitsreserven dem Ende zu.

Gesamtüberblick nicht mehr gegeben

Das Bundeswirtschaftsministerium beobachte die Entwicklung sorgfältig, hieß es dazu am Mittwoch aus dem Ressort. Es stehe in engem Kontakt mit der Bundesnetzagentur und den Gasversorgungsunternehmen, um unterschiedliche Möglichkeiten zu erörtern, die Versorgungssicherheit - wenn erforderlich - weiter zu stärken.

Deutschland hat die größten Gasspeicherkapazitäten in Europa. Speicherung, Verkauf und Weiterleitung von Gas liegen aber nicht mehr wie früher in einer Hand. Daher fehle heute der Gesamtüberblick auf die Versorgungssicherheit, wird in der Branche kritisiert.

Quelle: AFP