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Sinkender Umsatz

MVV Energie: Absatzrückgang bei Fernwärme und Gas

Der warme Winter hat bei der MVV Energie zu einem Absatzrückgang bei Fernwärme um 20 Prozent und bei Gas um 22 Prozent geführt. Umsatz und EBIT sind im Vergleich zum Vorjahr gesunken, was jedoch durch positive Entwicklungen in den witterungsunabhängigen Geschäftsfeldern etwas ausgeglichen werden konnte.

Gasflamme© ArtmannWitte / Fotolia.com

Mannheim (red) - Der Umsatz sank im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2006/07 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwei Prozent auf 1,21 Milliarden Euro, teilt das Unternehmen mit. Gleichzeitig sei das operative Ergebnis (EBIT) mit 159 Millionen Euro um 16 Prozent unter dem Vorjahr (189 Millionen Euro) geblieben.

Aufgrund positiver Ergebnisentwicklung in den witterungsunabhängigen Geschäftsfeldern habe man jedoch "nicht nur einen Teil des durch den Winter verursachten Umsatz- und Ergebnisrückgangs ausgleichen können", so der MVV Vorstandsvorsitzende Dr. Rudolf Schulten, "sondern auch einmalige Belastungen durch Personalrückstellungen in Höhe von insgesamt 13 Millionen Euro in Kiel, Mannheim und Solingen." Mit diesen Restrukturierungsmaßnahmen könne die MVV Energie Gruppe in den kommenden Jahren weitere Kostensenkungen erreichen.

Der Ergebnisrückgang in den Segmenten Wärme und Gas gegenüber dem Vorjahr belaufe sich auf 29 Millionen Euro. Im Dienstleistungssegment sei das Halbjahresergebnis, vor allem durch die Integration neuer Beteiligungen, von vier auf 12 Millionen Euro verbessert worden. Mit Blick auf das Gesamtjahr 2006/07 gehe man von einem Ergebnis leicht unter dem des Vorjahres aus.

Sinkender Absatz wegen warmen Winter

Von den Absatzeinbußen seien alle im Wärme- und Gasgeschäft tätigen Gesellschaften der MVV Energie Gruppe betroffen. Die inländischen Stadtwerke-Beteiligungen und die ausländischen Fernwärmebeteiligungen erreichten im 1. Halbjahr 2006/07 vor Konsolidierung einen Umsatz von 614 Millionen Euro gegenüber 606 Millionen Euro im Vorjahr und ein operatives Ergebnis von 84 Millionen Euro gegenüber 100 Millionen Euro im gleichen Vorjahreszeitraum.

Bei den Stadtwerken Kiel sank der Umsatz zwischen Oktober und März um fünf Prozent auf 216 Millionen Euro, während das EBIT um zehn auf 28 Millionen Euro zurück ging. Die Energieversorgung Offenbach konnte ihren Umsatz im selben Zeitraum um 14 Prozent auf 202 Millionen Euro und das EBIT um drei auf 29 Millionen Euro steigern. Der Umsatz der Stadtwerke Solingen ging um drei Prozent auf 60 Millionen Euro zurück, das EBIT sank gleichzeitig um drei auf sechs Millionen Euro. Bei den Stadtwerken Ingolstadt stieg der Umsatz durch höhere Umsätze im Strom- und Dienstleistungsgeschäft um zwei Prozent auf 58 Millionen Euro, während das EBIT um knapp drei auf sechs Millionen Euro zurückging. Die witterungsbedingten Mengeneinbußen führten bei der Köthen Energie zu einer Umsatzverringerung um 22 Prozent auf 9 Millionen Euro und zu einem Rückgang beim EBIT um 44 Prozent auf 1,4 Millionen Euro.

Auch in den ausländischen Teilkonzernen habe der milde Winter seine Spuren hinterlassen, so sei das EBIT in Polen um ein auf rund drei Millionen Euro gesunken. In Tschechien konnte das EBIT gegen den allgemeinen Trend nur aufgrund der erstmaligen Erlöse der neu erworbenen Fernwärmegesellschaft Teplárna Liberec und von drei weiteren Fernwärmesystemen in benachbarten Städten von 10,5 auf 11,5 Millionen Euro gesteigert werden, so der Konzern weiter.

MVV Energie-Chef Dr. Schulten sieht in den Ergebnissen einen Beleg für die Strategie, sich mit Investitionen in die neuen Wachstumsfelder Umwelt und Energiedienstleistungen weitere Standpfeiler neben dem sowohl wetter- als auch regulierungsabhängigen Stadtwerke-Netzwerk auszubauen. Aufgrund der Kürzung der Netzentgelte, der angekündigte Anreizregulierung und "ersten Anzeichen eines verstärkten Wettbewerbs im Endkundengeschäft" rechne er mit einer "zunehmenden Privatisierung im Stadtwerke-Markt" in den kommenden Jahren.