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Pipeline-Projekt

Nabucco-Projekt erhält kein Gas aus Aserbaidschan

Das ist ein schwerer Rückschlag für das von der EU unterstützte Nabucco-Projekt: Die geplante Pipeline soll kein Gas vom aserbaidschanischen Gaskonsortium Shah Deniz II bekommen, das über riesige Vorräte verfügt - wohl aber die Konkurrenz. Das berichtete eine griechische Zeitung am Mittwoch.

Pipeline© Jim Parkin / Fotolia.com

Wien/Athen (dpa/red) - Das Projekt bekam vom Konsortium nicht den Zuschlag, wie der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV am Mittwoch mitteilte. Nabucco sollte von der türkisch-bulgarischen Grenze über Wien nach Europa liefern und so die Abhängigkeit von russischem Gas verringern.

TAP erhält den Zuschlag

Stattdessen soll Erdgas vom Shah-Deniz II-Konsortium unter der Führung von BP durch die Trans-Adria-Pipeline (TAP) nach Westeuropa geliefert werden. Das berichtete am Mittwoch die konservative Athener Zeitung "Kathinerini" auf ihrer Homepage. Vorangegangen war ein Treffen des griechischen Regierungschefs Antonis Samaras mit Vertretern des Konsortiums in Athen. Eine TAP-Sprecherin wollte gegenüber der dpa keinen Kommentar dazu abgeben. Die Route der Pipeline soll von der Türkei kommend durch Griechenland und Albanien nach Italien verlaufen.

Zukunft des Projekts unklar

Russischen Medien zufolge hatten sich Vertreter des Gaskonsortiums am Dienstag in der aserbaidschanischen Botschaft in Budapest mit Vertretern von TAP und Nabucco getroffen. Dabei seien dem TAP-Direktor Kjetil Tungland und dem Geschäftsführer der Nabucco-Pipeline Reinhard Mitschek die Entscheidung der Kaukasus-Republik mitgeteilt worden. Die OMV, die Nabucco West federführend mitplante, lässt nun noch offen, wie es mit dem Projekt weitergehen soll. Gas aus dem aserbaidschanischen Vorkommen war für die Wirtschaftlichkeit des Projektes zentral. Die EU hatte das Nabucco-Projekt unterstützt und müsste mit dieser Entscheidung eine politische Niederlage einstecken.

Große Mengen Erdgas entdeckt

Das TAP-Konsortium aus Eon Ruhrgas, der norwegischen Statoil und der schweizerischen EGL steht in Konkurrenz zum Projekt der Nabucco-West-Gaspipeline. In dem Gasfeld "Shah Deniz II" unter dem Kaspischen Meer sind riesige Erdgasvorkommen entdeckt worden. Gefördert werden könnten Schätzungen zufolge jährlich bis zu 20 Milliarden Kubikmeter.

Quelle: DPA