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EEG-Novellierung

Nachteile für kleine Biogasanlagen befürchtet

NRWs Landwirtschaftsverbände befürchten eine Benachteiligung von Bauern mit kleinen Biogasanlagen bei der geplanten Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Auch Baden-Württembergs Umweltminister kritisiert die vorgesehene Begünstigung großer Anlagen.

Gasflamme© ArtmannWitte / Fotolia.com

Bonn/Stuttgart (dapd-nrw/dapd-bwb/red) - Während die Einspeisevergütung, mit der Strom aus Biogasanlagen finanziell gefördert wird, für landwirtschaftliche Anlagen gesenkt werden solle, sei eine Steigerung für Großanlagen vorgesehen, teilten der Rheinische und der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftverband mit.

Mehr für die Großen, weniger für die Kleinen

Den Angaben zufolge soll die Biogasförderung für Großanlagen mit einer Leistung von fünf Megawatt, die nach Aussage der Verbände meist von Konzernen betrieben werden, um fünf Cent auf 17 Cent pro Kilowattstunde steigen. Die von Landwirten betriebenen Anlagen mit 150 Kilowatt Leistung sollen hingegen 10 bis 15 Prozent weniger Förderung erhalten.

Damit würden Bauern zu reinen Rohstofflieferanten für Großanlagen, und die Wertschöpfung bleibe bei den Energiekonzernen. Deshalb appellierten die Verbände an Umweltminister Johannes Remmel (Grüne), im Bundesrat Einfluss auf die bislang bekannten Eckpunkte des EEG von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) zu nehmen.

Biogas-Großanlagen sind weniger umweltfreundlich

Kritik äußerte auch Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) an der vorgesehenen Begünstigung von Strom, der in großen Biogasanlagen erzeugt wird. Gerade kleinere Anlagen seien gut geeignet, aus biologischen Reststoffen aus der Landwirtschaft oder Bioabfällen Strom und Wärme zu gewinnen. In Biogas-Großanlagen würden dagegen vorrangig Energiepflanzen wie Mais verwertet, die wegen ihrer negativen Folgen für die Umwelt umstritten seien.