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Strom&Gas

Netze BW erhöht 2016 die Netzentgelte

Die Netzentgelte der Netze BW GmbH werden 2016 nach vorläufigen Angaben erhöht. Beim Strom müssen private Haushalte etwa einen Cent mehr pro Kilowattstunde zahlen und beim Gas rund 0,3 Cent. Das größte Netzunternehmen Baden-Württembergs betreibt die Netze für rund drei Millionen Kunden.

Überlandleitung© JWS / Fotolia.com

Stuttgart (red) - Der größte baden-württembergische Verteilnetzbetreiber, die EnBW-Tochter Netze BW GmbH, hat am Mittwoch wie gesetzlich vorgegeben die vorläufigen Netzentgelte für ihr Strom- und Gasnetz für das Jahr 2016 bekanntgegeben. Die staatlich regulierten Netzentgelte fließen in die Kalkulation der Strom- und Gasanbieter ein und schlagen sich so in der Jahresrechnung der Endkunden nieder. Die endgültigen Netzentgelte werden Ende des Jahres veröffentlicht.

Netzentgelte steigen um etwa 1 Cent pro kWh

Im Strombereich beträgt der Anstieg der Netzentgelte für 2016 im Durchschnitt aller Spannungsebenen rund 20 Prozent, so die Netze BW GmbH. Für einen typischen Haushaltsanschluss schlagen die Netzentgelte künftig mit 7,46 Cent pro Kilowattstunde zu Buche (2015: 6,41 Cent/kWh). "Eine Ursache dafür ist, dass wir wie viele andere Unternehmen in der aktuellen Niedrigzinsphase unsere Pensionsrückstellungen erhöhen müssen", erklärte Dr. Christoph Müller, Geschäftsführer der Netze BW. Als weitere Faktoren nannte Müller den Anstieg der Netzentgelte im überregionalen Höchstspannungsnetz der Transnet BW sowie gesetzlich vorgeschriebene Ausgleichszahlungen an Kunden mit dezentralen Erzeugungsanlagen. Alle diese Kosten müssen von der Netze BW an ihre Netzkunden weitergegeben werden.

Netzentgelte steigen auch beim Gas

Im Gasbereich gehen die Netzentgelte ebenfalls deutlich nach oben. Auch hier schlügen sich die erhöhten Pensionsrückstellungenen nieder; außerdem spiele die Witterung eine Rolle: So waren die Netzentgelte für das Jahr 2015 niedriger als üblich angesetzt, um Mehreinnahmen aus dem vergleichsweise kalten Jahr 2013 auszugleichen. Ohne diesen Effekt stiegen sie jetzt wieder. Konkret liegen die Netzentgelte für den Gasanschluss eines Einfamilienhauses in 2016 bei 1,57 Cent/kWh (2015: 1,26 Cent/kWh). Der durchschnittliche Anstieg über alle Verbrauchergruppen beträgt rund 28 Prozent. "Witterungsbedingte Schwankungen bei den Gasnetzentgelten sind nichts Ungewöhnliches und gleichen sich im langjährigen Mittel aus", erklärte Christoph Müller.

Hintergrund zu Netzentgelten

Netzentgelte zahlen alle Energieanbieter (Vertriebe) im jeweiligen Netzgebiet für die Nutzung der Strom- und Gasinfrastruktur an den Netzbetreiber. Entsprechend fließen sie in die allgemeine Preiskalkulation der Energieanbieter ein und werden in der Regel an die Endkunden weitergegeben. Bei Haushaltskunden machen sie am Ende rund ein Viertel (Strom) bzw. ein Fünftel (Gas) der Jahresrechnung aus. Die Netzentgelte werden von der Bundesnetzagentur reguliert und kontrolliert.

Die Netze BW GmbH ist das größte Netzunternehmen für Strom, Gas und Wasser in Baden-Württemberg. Sie betreibt unter anderem die insgesamt über 100.000 Kilometer langen Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetze für rund drei Millionen Netzkunden im Land sowie das Gasverteilnetz mit rund 140.000 Hausanschlüssen.