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Ungünstige Konditionen

Neuer Gasstreit droht zwischen Russland und Ukraine

Zwischen Russland und der Ukraine droht nach Angaben der russischen Wirtschaftszeitung "Kommersant" wieder ein Gasstreit. Laut der Zeitung ist der ukrainische Präsident bereit, vor die Justiz zu gehen, sollte kein Kompromiss bei den Preisen für russisches Gas gefunden werden.

Gaskosten© Jaap2 / iStockphoto.com

Moskau (afp/red) - Dies gab Viktor Janukowitsch dem Blatt zufolge dem russischen Staatschef Dmitri Medwedew am Donnerstag bei ihrem Treffen in Sotschi zu verstehen. "Wir haben begonnen, uns moralisch auf eine mögliche Wiederholung des Gaskriegs einzustellen", zitierte das Blatt am Freitag ukrainische Regierungskreise. Von offizieller Seite wurde nichts zu den Ergebnissen der Gespräche mitgeteilt.

Ungünstige Konditionen für die Ukraine

Kiew versucht bereits seit Monaten, günstigere Konditionen für einen im Januar 2009 geschlossenen Zehn-Jahres-Vertrag auszuhandeln. Dieser diktiert der Ukraine höhere Lieferpreise als einigen EU-Ländern. Der Vertrag war 2009 von der damaligen ukrainischen Regierungschefin Julia Timoschenko und Russlands Ministerpräsidenten Wladimir Putin geschlossen worden, um einen Gasstreit zu beenden, der auch zu Lieferunterbrechungen nach Europa geführt hatte. Gegen Timoschenko läuft derzeit ein Prozess wegen mutmaßlichen Amtsmissbrauchs, weil sie Gasverträge im Jahr 2009 ohne Zustimmung des Parlaments unterzeichnet haben soll. Laut Anklage waren diese Abkommen für die Ukraine äußerst ungünstig.

Kompromissbereitschaft mit Bedingungen

Medienberichten zufolge ist der Kreml bereit, die Preise zu senken. Bedingung ist demnach aber ein Beitritt der Ukraine zur Zollunion von Russland, Weißrussland und Kasachstan. Zudem fordere Moskau die Fusion des ukrainischen Versorgers Naftogas mit dem russischen Energieriesen Gazprom. Russland könnte damit die Versorgungswege nach Europa kontrollieren. Ukrainische Regierungskreise warfen Moskau laut "Kommersant" "herablassendes" Verhalten gegenüber Kiew vor. "Das System der Gasleitungen und Naftogas sind die Fundamente unserer Souveränität", sagte ein ranghoher ukrainischer Vertreter der Zeitung. "Wir werden unsere Souveränität nicht gegen Geld eintauschen."