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Erdbebengefahr

Niederlande fahren Gasförderung zurück

Die Niederlande wollen die Erdgasförderung wegen der Erdbebengefahr um etwa 25 Prozent zurückfahren. An der Grenze zu Niedersachsen hatte die Gasförderung etliche Kleinbeben verursacht. Experten schätzen, dass bei einer ungebremsten Förderung auch stärkere Beben auftreten könnten.

Erdgasindustrie© wildman / Fotolia.com

Den Haag (dpa/red) - Wegen zahlreicher kleinerer Erdbeben wollen die Niederlande ihre Erdgasförderung weiter drosseln. Die Gesamtfördermenge für 2015 soll bei 30 Milliarden Kubikmetern liegen - etwa 25 Prozent weniger als zunächst geplant, kündigte Wirtschaftsminister Henk Kamp am Dienstag in Den Haag an. Die Versorgung der Niederlande und auch Lieferungen nach Deutschland, Frankreich und Belgien seien sicher gestellt.

Förderung bereits Anfang des Jahres reduziert

Die Gasförderung hatte viele Kleinbeben in der Provinz an der Grenze zum nordwestlichen Niedersachsen ausgelöst. "Die Sicherheit der Groninger steht nun an erster Stelle", betonte Kamp. Er hatte bereits Anfang des Jahres nach heftigen Protesten die Gasförderung um knapp zehn Prozent gesenkt. Bis Ende 2015 würden in der nordöstlichen Provinz Groningen noch rund 13,5 Milliarden Kubikmeter Gas produziert.

Risiko für stärkere Beben

Die Niederlande sind nach Norwegen der größte Erdgasförderer Europas. Bei einer ungebremsten Förderung besteht nach Ansicht von Experten das Risiko von Beben von einer Stärke bis zu 5 auf der Richter-Skala.

Quelle: DPA