Startseite
Erdstöße

Niederlande senken Erdgasförderung wegen Mikro-Beben

Die Erdgasförderung soll in den Niederlanden zurückgefahren werden. Nach mehreren Mikro-Erdbeben an der Grenze zu Nordwest-Niedersachsen haben sowohl Politiker als auch Bürger des Nachbarstaates die Reduzierung bei der Produktion gefordert.

Heizöl© Jim Parkin / Fotolia.com

Den Haag (dpa/red) - Nach mehreren kleinen Erdbeben in der nordöstlichen Provinz Groningen wollen die Niederlande ihre Erdgasförderung bis zur Jahresmitte um etwa ein Fünftel senken. Bis Juli sollten bis zu 16,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas produziert werden, teilte Wirtschaftsminister Henk Kamp am Montag in Den Haag mit. Das entspräche nur rund 80 Prozent der ursprünglich geplanten Menge.

Mikro-Beben durch Erdgas-Bohrungen?

Bürger und Politiker in der Provinz an der Grenze zu Nordwest-Niedersachsen hatten nach mehreren sogenannten Mikro-Beben in den vergangenen Monaten eine starke Reduzierung der Produktion gefordert. Auch in deutschen Fördergebieten werden leichte Erdstöße teils mit der Gasgewinnung in Verbindung gebracht.

Lieferverpflichtungen als Erdgasproduzent

Die Niederlande sind einer der größten Erdgasproduzenten Europas und müssten pro Jahr eigentlich 35 Milliarden Kubikmeter fördern, um ihre Lieferverpflichtungen zu erfüllen. Die endgültige Jahres-Fördermenge will die Regierung im Juli festsetzen.

Bereits zuvor war für das Gesamtjahr 2015 eine Drosselung der Produktion von 42,5 nach 39,4 Milliarden Kubikmeter angekündigt worden. Das reichte nach Angaben von Experten aber nicht aus, um weitere Erdstöße auszuschließen. In den vergangenen Jahren hatten mehrere kleine Erdbeben Bürger aufgeschreckt und Gebäude beschädigt.

Quelle: DPA