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Strittig

Paris nimmt Fracking-Verbot unter die Lupe

Frankreichs Verfassungsrat prüft das in dem Land geltende Verbot der umstrittenen Schiefergas-Förderung. Das oberste französische Verwaltungsgericht, der Staatsrat, leitete den Verfassungshütern am Freitag einen Antrag auf Prüfung der Verfassungsmäßigkeit des Verbots weiter.

Frankreich© Beboy / Fotolia.com

Paris (AFP/red) - Der US-Ölkonzern Schuepbach hatte gegen das Gesetz vom Juli 2011 geklagt, das eine Schiefergas-Förderung durch das sogenannte Fracking verbietet. Beim Fracking wird mit dem Einsatz eines Gemischs aus Sand, Wasser und Chemikalien Erdgas und Öl aus Schiefergestein-Schichten gewonnen. Die beispielsweise in den USA zunehmend genutzte Technologie ist höchst umstritten, befürchtet wird unter anderem eine Belastung des Grundwassers mit Chemikalien.

Eklat wegen "ökologischen" Schiefergases

Die sozialistische Regierung unter Staatschef François Hollande hält an dem unter der konservativen Vorgängerregierung beschlossenen Verbot der Förderung fest. Für einen Eklat sorgte allerdings am Donnerstag Industrieminister Arnaud Montebourg, als er eine künftig mögliche Technologie für eine "nicht umweltverschmutzende" Schiefergas-Förderung ins Spiel brachte. Ein solches "ökologisches Schiefergas" könne womöglich von einem öffentlichen Unternehmen gefördert werden.

Regierung zeigt eindeutige Haltung

Regierungschef Jean-Marc Ayrault wies Montebourgs Aussage aber klar zurück: Eine Schiefergas-Förderung in Frankreich sei "ausgeschlossen". Daran werde sich auch nichts ändern.

Quelle: AFP