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Konflikt

Peking will Gas in Südchinesischem Meer ausbeuten

Die Erdgasvorkommen im Südchinesischen Meer sind umkämpft und China will nahezu das gesamte Gebiet für sich beanspruchen. Unter dem Meeresspiegel liegen über 100 Milliarden Kubikmeter Gas. Bereits vor wenigen Monaten kam es zu Attacken durch Vietnamesen auf mehrere Fabriken.

China© Kristina Afanasyeva / Fotolia.com

Peking (dpa/red) - China will Erdgasvorkommen unter dem auch von anderen Staaten beanspruchten Südchinesischen Meer ausbeuten. Mehr als 100 Milliarden Kubikmeter Erdgas schlummerten in dem Feld Lingshui 17-2, teilte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am späten Montag mit. Der staatliche Ölkonzern CNOOC habe das Vorkommen 150 Kilometer südlich der Tropeninsel Hainan bereits im September entdeckt.

Ausbeutung bereits genehmigt

Das Gasfeld liege rund 1.500 Meter unterhalb des Meeresspiegels. Die Ausbeutung sei bereits genehmigt worden. Peking beansprucht fast das gesamte Südchinesische Meer. Mit Vietnam ringt China um die Paracel genannten 130 Korallen-Inseln südöstlich von Hainan.

Attacken nach Errichtung einer Ölplattform

Rund zwei Monate vor der Entdeckung des Gasfeldes Lingshui 17-2 hatte China eine Ölplattform in der Nähe der vietnamesischen Küste platziert. Daraufhin gingen wütende Vietnamesen auf die Straße und attackierten chinesische und fälschlicherweise auch taiwanesische Fabriken. Mindestens zwei chinesische Arbeiter kamen ums Leben.

Streit um Korallenriffe

Außerdem streitet China mit seinen Nachbarn um die Spratly-Inseln genannten 200 Korallenriffe und Sandbänke, die ganz oder teilweise von Vietnam, Taiwan, den Philippinen, Malaysia und Brunei beansprucht werden. Die Philippinen haben in der Frage 2013 den Seegerichtshof in Den Haag angerufen. Doch erkennt China das Verfahren nicht an.

Quelle: DPA